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Emotionen im Job
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Auslöser für Tränen am Arbeitsplatz

Weinen im Job ist vielen unangenehm – dabei stecken oft wichtige Botschaften dahinter. Eine Ärztin erklärt, warum Tränen kein Grund zur Scham sind und wie Betroffene die Ursachen erkennen und Konsequenzen ziehen.
AutorKontaktPZ
AutorKontaktdpa
Datum 03.07.2026  08:00 Uhr

Nicht immer warten die Tränen, bis wir aufs Klo oder an einen anderen sicheren Ort geflüchtet sind. Ob Konflikte im Job oder private Probleme: Manchmal müssen wir weinen, obwohl uns gerade die Chefin oder der wichtige Kunde gegenübersitzen.

Kaum sind die Tränen getrocknet, dreht sich dann das Gedankenkarussell. Wie unangenehm, wie peinlich, wie unprofessionell! Und jetzt?

Die Ärztin und Therapeutin Dr. Mirriam Prieß rät, einen Schritt zurückzutreten und liebevoll zu sich selbst zu sein. »Also sich selbst zu sagen: Ich musste jetzt weinen und verurteile mich dafür nicht. Stattdessen nehme ich das zur Kenntnis und frage mich: Was war da eigentlich los?«

Ganz nüchtern betrachtet sind Tränen ein Ausdruck dafür, dass etwas in uns nicht in Balance ist. Wer ihre Botschaft entschlüsselt hat, kann im nächsten Schritt Konsequenzen ziehen.

Tränen als Ausdruck von Überforderung

Manchmal reicht ein kleines »Kannst du später noch XY erledigen?« – und schon passiert es: Das Fass läuft über – und damit quasi auch unsere Augen. »Es kann also sein, dass man sich in die Ecke gedrängt fühlt und die Tränen ein Ausdruck von Überforderung sind«, sagt Prieß.

Meist gibt es eine Vorgeschichte, manchmal auch eine ganz schön lange: Zu viele Projekte auf dem Tisch, schwelende Konflikte im Team, fehlende Wertschätzung, obwohl man Tag für Tag alles gibt.

Gut, wenn man die Ursachen hinter der Überforderung analysiert. Das ist nämlich die Grundlage, um aktiv zu werden – und zum Beispiel das Gespräch mit dem oder der Vorgesetzten zu suchen, um Entlastung zu erbitten.

Tränen als Ausdruck von Wut

Hinter Tränen kann aber auch Wut stecken, weil wir womöglich nie gelernt haben, für uns einzustehen. »Gerade Frauen fällt es oft schwer, die eigene Position in aller Klarheit zu vertreten«, sagt Prieß. Statt ein bestimmtes »Das passt mir nicht« auszusprechen, schießen uns dann Tränen in die Augen – oft auch in der unbewussten Hoffnung, dass das Gegenüber dadurch klein beigibt.

»Wenn man dieses Muster bei sich selbst erkennt, sollte man sich fragen: Will ich so weitermachen?«, sagt Prieß. Denn an dem Muster kann man arbeiten – etwa in Gesprächen oder gar Rollenspielen mit Freunden. Führt das nicht weiter, können der Ärztin zufolge schon wenige Therapiestunden dabei helfen, die eigenen Interessen und Bedürfnisse besser zu vertreten.

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