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Honorargutachten

BVDAK drängt auf geschlossene Haltung

19.12.2017
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Von Jennifer Evans / Der Bundesverband deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) fordert eine geschlossene Haltung der ABDA mit Blick auf das noch nicht offiziell herausgegebene Gutachten zum Apothekenhonorar. Dieses hatte das Bundeswirtschaftsministerium extern in Auftrag geben.

 

Die Reaktion der Standesvertretung auf die in dem Gutachten vorgesehen Maßnahmen zur Kostensenkung fallen nach Ansicht des BVDAK-Vorsitzenden Stefan Hartmann zu gering aus. Die Politik warte vergeblich auf eine konstruktive Beteiligung der Standesvertreter, betonte er vergangene Woche. Die ABDA will zu den konkreten Zahlen keine Stellung beziehen, solange das Gutachten nicht offiziell und vollständig veröffentlicht ist.

 

Es sei seit Jahrzehnten bekannt, dass die Vergütung für Notdienst, BtM-Abgabe und Rezeptur nicht kostendeckend ist, so Hartmann. Würde in diesen Bereichen nicht aufgestockt, müssten aufgrund möglicher Honorarkürzungen von 8,35 Euro auf 5,80 Euro wohl rund 7600 Apotheken schließen, so Hartmann. Dass durch diese »Marktbereinigung die übrigbleibenden Apotheken wirtschaftlich gestärkt werden, ist ein Trugschluss«. Kürze man in einer Apotheke, die etwa 2500 Rx-Packungen pro Monat abgibt, das Honorar um nur 2 Euro, gingen jährlich 60 000 Euro Gewinn verloren. Fiele zudem die 3 Prozent Großhandelsmarge weg, minimiere sich der Gewinn um weitere 100 000 Euro, so der BVDAK-Vorsitzende. Ob dies im Sinne der Politik ist, bezweifelt er. Schließlich habe sie sich für ein flächendeckendes Netz stationärer Apotheken ausgesprochen.

 

Ziel muss dem Verband zufolge ein Entgelt sein, bei dem die Leistungen der stationär tätigen Apotheker besser vergütet werden, um nötige Investitionen in die Infrastruktur zu sichern. Zudem fordert der BVDAK »eine geschlossene und ehrlichere Haltung der ABDA«. Derzeit müsse es lediglich darum gehen, zusätzlich notwendige Honorare klar und nachvollziehbar zu begründen. Unverständlich ist aus Sicht des BVDAK, warum die ABDA »monatelang über das Vergütungssystem intern diskutiert, ohne dem Berufsstand endlich ein fertiges Konzept zu präsentieren«. Hartmann rief dazu auf, gegenüber der Politik hartnäckig zu bleiben. Das könne ­jedoch nur gelingen, wenn der gesamte Berufstand an einem Strang zieht. /

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