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Noweda lässt Doc Morris keine Ruhe

11.10.2017  09:31 Uhr

Von Anna Pannen / Damit Doc Morris seinen Arzneimittelautomaten in Hüffenhardt in Zukunft auch wirklich nicht mehr nutzen kann, haben nun erneut drei Apotheker gegen die niederländische Versandapotheke geklagt. Sie werden von der Apothekergenossenschaft Noweda unterstützt.

 

Doc Morris hatte im April ein Arzneimittel-Abgabeterminal in dem kleinen baden-württembergischen Ort eröffnet. Nach zwei Tagen hatte die Arzneimittelbehörde den Automaten jedoch verboten. Anschließend hatte das Landgericht Mosbach in mehreren Gerichtsverfahren entschieden, dass er auch verboten bleibt.

Nun teilte eine Noweda-Sprecherin mit, dass die Genossenschaft erneut drei Apotheker bei einer Klage gegen den Automaten unterstützt. Grund ist das komplizierte deutsche Wettbewerbsrecht. Die einstweilige Verfügung des Landgerichts gegen Doc Morris gilt nämlich nur sechs Monate. Zwar hatten die klagenden Apotheker gefordert, der niederländische Versender solle schriftlich erklären, den Automaten nicht wieder in Betrieb zu nehmen. Doc Morris hatte sich jedoch geweigert. Deshalb muss es nun ein Hauptsacheverfahren geben, in dem die Richter erneut und dauerhaft feststellen können, dass das Abgabeterminal rechtswidrig ist.

 

Noweda übernimmt auch in diesem Verfahren die Anwaltskosten. Man unterstütze die Apotheker, denn der Automat sei zwar für Doc Morris lukrativ, aber völlig überflüssig, erklärte die Genossenschaft. Er gefährde die gut funktionierende Versorgung durch Offizin-Apotheken in der Region. Außerdem könne ein Automat Patienten niemals persönlich und individuell betreuen, auch nicht mit einer Videofunktion. /

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