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Aktion »Gesundheit wählen«

Arnold stellte Ergebnisse vor

24.09.2013
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Der Deutsche Apothekertag (DAT) fand in diesem Jahr nur wenige Tage vor der Bundestagswahl statt. Das sei sehr spannend, sagte ABDA-Vizepräsident Mathias Arnold auf der Pressekonferenz im Vorfeld des DAT. Denn auch die Apotheker hätten sich gefragt, was die Wahl für sie bedeute und welche Probleme anstehen.

Umfragen zeigen, dass sich ein Großteil der Deutschen für Gesundheitspolitik interessiert. Mehr als die Hälfte befürchtet, dass sich die Gesundheitsversorgung in Deutschland zukünftig verschlechtern wird und dass nicht die bestmögliche Versorgung der Patienten, sondern vor allem das Geld im Mittelpunkt steht. Dies werfe die Frage auf, was eine gute Gesundheitspolitik eigentlich ausmache und welche Ziele sie verfolgen müsse, erklärte Arnold.

 

Apotheken nicht in allen Wahlprogrammen

 

In den Wahlprogrammen der einzelnen Parteien fand sich dazu nur wenig. Gesundheitspolitische Inhalte wurden nur in geringem Umfang angesprochen, das Thema Apotheke fehlte bei einigen Parteien sogar ganz. Man habe daher die Aktion »Gesundheit wählen« ins Leben gerufen, um Diskussionen und einen konstruktiven Dialog anzuregen und Gesundheit zu einem Thema im Wahlkampf zu machen, sagte der Vizepräsident. »Ziel der Kampagne war es, den Wahlkreiskandidaten gezielt gesundheitspolitische Fragen zu stellen und sie für die zentralen Themen rund um die wohnortnahe Gesundheitsversorgung zu sensibilisieren«, so Arnold.

Im Rahmen der Initiative wurden die Kandidaten der demokratischen Parteien in allen 299 Wahlkreisen zu ihren Positionen zu verschiedenen bundes- und landespolitischen Themen befragt: Wie sehen die Parteien beispielsweise die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Deutschland? Welche Rolle soll die wohnortnahe Versorgung spielen? Welche Aufgabenschwerpunkte sollen die Apotheken im Gesundheitssystem übernehmen und wie wollen die Parteien die Herausforderung demografischer Wandel meistern?

 

Laut Bilanz gaben 34 Prozent der Befragten, insgesamt 554 Kandidaten, Antworten ab. Im Rahmen der Kampagne fanden mehr als 30 Veranstaltungen, zum Beispiel »Apothekenpraktika«, statt und insgesamt folgten mehr als 150 Kandidaten Einladungen zu Gesprächen. Zahlreiche Kandidaten hätten zudem Rückfragen gestellt und Hintergrundinformationen gefordert, sagte Arnold. Berichte über die Aktionen fanden sich in zahlreichen Tageszeitungen, Verbraucherzeitschriften sowie in pharmazeutischen und medizinischen Fachmedien. Er sei überrascht, bei wie vielen Abgeordneten ein wirkliches Bewusstsein für gesundheitspolitische Themen geschaffen werden konnte, sagte Arnold.

 

Gute Bilanz

 

Mit den bisherigen Ergebnissen von »Gesundheit wählen« zeigte sich der Vizepräsident zufrieden. »Die Abgeordneten haben sich intensiv mit der Gesundheitspolitik auseinandergesetzt. Wir haben ihnen gezeigt, dass diese Themen die Menschen im Wahlkreis bewegen«, so Arnold. Nach zahlreichen Gesprächen hätten beispielsweise Unionspolitiker ihre Meinung zu Apothekenbussen revidiert; Grünen-Vertreter hätten ihre Position zur Aufhebung des Fremd- und Mehrbesitzverbots überdacht. Bei Themen wie der Rezepturherstellung und -vergütung hätten die Apotheker bei den Parteien Verständnis für ihre Situation geschaffen, ebenso sei es gelungen, alternative Vergütungskonzepte ins Gespräch zu bringen.

Inwieweit die Aussagen der Wahlkreiskandidaten in einem neuen Koalitionsvertrag umgesetzt würden, werde man sehen, so Arnold. Auch nach der Wahl sollen Vorschläge, Ideen und Anregungen mit Blick auf Patienten, Apotheken und andere Heilberufe weiter mit Politikern diskutiert werden. Die ABDA will mithilfe der Kampagne auch in Zukunft für gesundheitspolitische Anliegen sensibilisieren und Gespräche mit Politikern zu Gesundheitsthemen nach der Wahl fortsetzen. /

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