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Arzneimittel-Therapiesicherheit

Verblistern als Regelfall

02.07.2014
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Von Stephanie Schersch, Berlin / Für eine sichere Arzneimittel­therapie rät Karl-Josef Laumann (CDU) den Versicherten zu einer Stammapotheke. Aus Sicht des Patienten­beauftragten der Bundesregierung kann zudem das Verblistern helfen, Medikationsfehler in der Pflege zu vermeiden.

Laumann zufolge sorgen Apotheken über das individuelle Abfüllen von Arzneimitteln dafür, dass Patienten ihre Medikamente auch wirklich wie vorgeschrieben einnehmen. Er gehe deshalb davon aus, »dass diese Form der Versorgung zumindest für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz schon bald zum Regelfall werden wird«, sagte der Patientenbeauftragte in der vergangenen Woche beim Hauptstadtkongress in Berlin.

 

Mit Blick auf den demografischen Wandel wachsen die Herausforderungen für eine sichere Arzneimitteltherapie. Denn viele ältere Patienten müssen zahlreiche Arzneimittel parallel einnehmen. Laumann lobte vor diesem Hintergrund die Rolle der Apotheken. Dort werde in den meisten Fällen gut beraten. Patienten sollten sich nach Möglichkeit eine Stammapotheke suchen, die über die Medikation des Versicherten Bescheid weiß. Schließlich müsse man darauf achten, »nicht noch mehr Schnittstellen zu schaffen, als es sie im deutschen Gesundheitswesen ohnehin schon gibt«.

 

Langfristig könnte auch die elektronische Gesundheitskarte (eGK) helfen, Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln zu verhindern. Leider sei Deutschland aber noch weit davon entfernt, die Medikation auf der Karte zu hinterlegen, sagte Laumann.

 

Die eGK voranzubringen ist eigentlich Aufgabe der Selbstverwaltung. Doch die ist über das Projekt tief zerstritten, Fortschritte gibt es daher kaum. Laumann machte keinen Hehl aus seinem Ärger darüber. In Deutschland gebe es offenbar Angst vor Transparenz im Gesundheitswesen. Die Politik könne nun nicht mehr tatenlos zusehen. Zuvor hatte Bundes­gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) bereits angekündigt, den Aufbau einer IT-Infrastruktur für die neue Karte mit einem Gesetz zu beschleunigen. »Für das Schneckentempo in Sachen eGK kann es unter vernünftigen Menschen kein Verständnis mehr geben«, sagte Laumann. /

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