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G-BA

Neues Testverfahren für Darmkrebs-Screening beschlossen

27.04.2016
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Bei der Früherkennung von Darmkrebs sollen in Zukunft genauere Tests als bislang zum Nachweis von okkultem Blut im Stuhl angewendet werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschloss vergangene Woche, dass quantitative immunologische fäkale okkulte Bluttests (iFOBT) den derzeit verwendeten Guajak-basierten Test (gFOBT) ablösen sollen.

Die bereits im Handel erhältlichen iFOBT sind dem älteren Testverfahren weit überlegen, die Kosten wurden bisher jedoch nicht von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Das ändert sich nun durch den Beschluss des G-BA, der zum 1. Oktober in Kraft treten soll. In anderen europä­ischen Ländern gehört der Test schon länger zum Standard. »Ich freue mich, dass diese wichtige Neuerung, für die wir so lange gekämpft haben, nun endlich Einzug in die Regelversorgung findet«, sagt Dr. Christa Maar, Vorstand der Felix Burda Stiftung, in einer Pressemitteilung.

 

Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg hatte in einer Studie im Jahr 2013 bewiesen, dass die immunologischen Tests etwa doppelt so viele der Krebserkrankungen und rund dreimal so viele der fortgeschrittenen Krebsvorstufen aufspüren wie der Guajak-Test (»European Journal of Cancer« DOI: 10.1016/j.ejca.2013.04.023).

 

Der G-BA wurde mit dem Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz aus dem Jahr 2013 beauftragt, die bisher in der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie festgelegten Maßnahmen zur Früherkennung von Darmkrebs zu einem organisierten und qualitätsgesicherten Screening-Programm weiterzuentwickeln. Die Festlegung auf ein iFOBT-basiertes Screening ist ein wesentlicher Schritt hierbei, heißt es vonseiten des G-BA. Weitere Teilbeschlüsse, bei denen es beispielsweise um das Einladungsverfahren, qualitätssichernde Maßnahmen und eine neue Versicherteninformation über den Nutzen und die Risiken der Screening-Teilnahme geht, sind zum Ende dieses Jahres geplant. /

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