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Nordrhein

Bürokratie behindert Apothekenalltag

27.04.2016
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Von Daniel Rücker, Düsseldorf / Die Apothekenleiter in Nordrhein erteilen der Deregulierung des Arzneimittelmarkts eine klare Absage. Das belegt eine vom Apothekerverband initiierte Untersuchung des Instituts für Handelsforschung (IFH) , die Institutsleiter Markus Preißner vergangene Woche bei der Mitgliederversammlung des Verbands vorgestellt hat. Demnach wollen 96 Prozent der Apothekeninhaber ihrem Beruf auch in Zukunft als freier Heilberufler nachgehen.

Einig sind sich die Befragten auch in ihrer Einschätzung des Apothekenmarkts. 99 Prozent sehen in der stetig wachsenden Bürokratie eine erhebliche Behinderung ihres Arbeitsalltags. Dasselbe gilt für Retaxationen (96 Prozent) und Rabattverträge (92 Prozent).

 

Eine klare Meinung haben die Apotheker auch zu unbezahlter Arbeit: 97 Prozent lehnen dies kategorisch ab. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ließen weitere kostenlose Dienstleistungen nicht zu. Für neue Angebote müsse es auch ein Honorar geben.

 

Für verbesserungswürdig halten die meisten Pharmazeuten zudem die Kooperation mit den Ärzten. 97 Prozent der Befragten gaben an, die beiden Heilberufler sollten beim Medikationsmanagement noch besser zusammenarbeiten. Auch der Nachwuchsmangel stellt die Inhaber vor Probleme. Neun von zehn Apothekern in Nordrhein haben Schwierigkeiten, qualifiziertes pharmazeutisches Personal zu finden.

 

Gut steht es dagegen um das Selbstverständnis der Apotheker. Mit 95 Prozent gehen fast alle Befragten davon aus, dass ihre Bedeutung schon allein wegen des demografischen Wandels deutlich wachsen wird. Als Berater werde der Apotheker in den kommenden Jahren immer wichtiger. Dass 96 Prozent der Befragten eine Einschränkung des Versandhandels begrüßen würden, wird deshalb niemanden aus der Branche überraschen.

 

Die Ergebnisse der Untersuchung basieren auf einer stabilen Datenlage. Von den 1768 angeschriebenen Apothekern haben 715 den Fragebogen ausgefüllt. Grundsätzlich steht der Verband auf solidem Fundament: Drei Viertel der Befragten lobten die Verbandsarbeit. Vor allem die Unterstützung bei der Hilfsmittelversorgung und bei Problemen mit den Krankenkassen sind den Mitgliedern demnach eine Hilfe. /

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