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Blutkonserven kürzer haltbar als gedacht

05.03.2013
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Erythrozytenkonzentrate aus Blutspenden sind offenbar deutlich kürzer haltbar als bislang angenommen. Nach drei Wochen beginnen die roten Blutzellen bereits, ihre Fähigkeit zum Sauerstofftransport zu verlieren, schreiben US-amerikanische Forscher im Fachjournal »Anesthesia & Analgesia« (doi: 10.1213/ANE.0b013e31828 843e6). Bisher ging man von einer Haltbarkeit von sechs Wochen aus.

 

Erythrozyten verändern während der Lagerung ihre Form. Um zu testen, ob diese Veränderungen permanent oder reversibel sind, untersuchten Forscher um Steven Frank von der Johns-Hopkins-University in Baltimore Erythrozyten in Blutproben vor der Transfusion und verglichen diese mit Erythrozyten aus Blutproben von Patienten nach der Transfusion.

Dabei zeigte sich, dass die roten Blutkörperchen aus Konserven, die älter waren als drei Wochen, deutlich weniger flexibel waren als die aus neueren Konserven. Diese Veränderung senke ihre Fähigkeit, Sauerstoff zu transportieren. Auch in vivo – also in der Blutbahn des Empfängers – blieb die herabgesetzte Flexibilität der Erythrozyten bestehen.

 

»Die beschädigten Zellen sind vermutlich für den Rest ihrer Lebensspanne, bis zu 120 Tage, funktionslos«, sagt Frank in einer Mitteilung der Universität. Die bisherige Praxis, Blutkonserven bis zu sechs Wochen aufzubewahren und lieber alte als neue zu verwenden, damit die alten Konserven nicht verfallen, müsse überdacht werden. Zwei große randomisierte Studien in den USA und in Kanada, die die Sicherheit von alten versus neuen Blutkonserven untersuchen, laufen bereits. Die Ergebnisse werden für nächstes Jahr erwartet, heißt es in der Mitteilung. /

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