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Zeugungsfähigkeit

Ibuprofen beeinflusst Hormonspiegel

17.01.2018
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Von Kerstin A. Gräfe / Die Einnahme des Schmerzmittels Ibuprofen kann bei Männern womöglich die Funktions­fähigkeit der Hoden beeinträchtigen. Der Wirkstoff könne zu Unfruchtbarkeit führen, vermutet ein internationales Forscherteam im Fachmagazin »PNAS« (DOI: 10.1073/pnas.1715035115). Die Studie weist allerdings einige Schwachpunkte auf.

 

Die Forscher um David Møbjerg Kristensen von der Universität Kopenhagen führten eine Untersuchung an 31 männlichen Freiwilligen im Alter von 18 bis 35 Jahren durch. Etwa die Hälfte der Probanden erhielt sechs Wochen lang zweimal täglich 600 mg Ibuprofen. Die restlichen Studienteilnehmer fungierten als Kontrollgruppe und bekamen ein Placebo. Während der Studiendauer entnahmen die Wissenschaftler den Probanden Blutproben, um den Gehalt an Ibuprofen sowie verschiedener Hormone zu bestimmen.

Bei den mit Ibuprofen behandelten Studienteilnehmern stieg der Spiegel des Luteinisierenden Hormons (LH) an, das an Regulationsprozessen im Rahmen der Reifung von Keimzellen und des Testosteronspiegels beteiligt ist. Ist das Verhältnis der beiden Hormone Testosteron und LH zugunsten des LH verschoben, ist die Funktion der Geschlechtsdrüsen beeinträchtigt. Man spricht in diesem Fall von einer primären Form des Hypogonadismus. Laut der Forscher waren die Veränderungen zwar schwach ausgeprägt und nur temporärer Natur. Dennoch befürchten sie, dass eine langfristige Ibuprofen-Einnahme zu permanent niedrigen Testosteronspiegel führen könnte. »Unsere Sorge gilt der Furchtbarkeit von Männern, die das Medikament über einen längeren Zeitraum einnehmen«, sagte Kristensen gegenüber der britischen Zeitung »The Guardian«.

 

Die Sorge teilt Professor Dr. Martin Smollich, Mitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, nicht. Der Fachapotheker für Klinische Pharmazie von der Praxishochschule Rheine moniert im »Hamburger Abendblatt«, dass das Studiendesign keine Übertragung auf den ­Alltag erlaube. So sei die gewählte Ibuprofen-Dosis von täglich 1200 mg für die Altersgruppe unrealistisch. Zudem sei ein Kollektiv von insgesamt 31 Probanden statistisch nicht aussagekräftig. »Mehr als ein Impuls für weitere Studien ist diese Studie sicher nicht«, so Smollich. /

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