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Kammer Nordrhein dreht Film mit Wolfgang Bosbach

10.01.2017  16:22 Uhr

Von Daniel Rücker, Düsseldorf / Die Apothekerkammer Nordrhein will Verbraucher mit einem eigens produzierten Film auf die derzeitige Situation der Apotheker aufmerksam machen. Neben Kammerpräsident Lutz Engelen spielt auch der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach (CDU) darin mit. Bosbach, der wegen eines Krebsleidens häufig auf die persönliche Beratung in der Apotheke angewiesen ist, macht sich in dem Streifen für die freiberuf­liche Apotheke stark.

 

Beim Neujahrsempfang der Kammer in Düsseldorf stellte Engelen den Film vor. Zuvor hielt er eine Rede zum aus Apothekersicht bescheiden verlaufenen Jahr 2016. »Es war ein Jahr unerwarteter politischer Entwicklungen, ein Jahr von Vertrauensverlust in Institutionen und ein Jahr der Unsicherheit«, sagte er und spielte damit auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Rx-Preisbindung an. 

 

Ausländische Versandapotheken müssen sich infolge des Urteils nicht mehr an die deutsche Preisbindung halten. Engelen nannte dies eine »abenteuerliche und vollkommen anmaßende Entscheidung entgegen dem Subsidiaritätsprinzip und der deutschen Rechtsprechung.« Deutschland habe eines der besten Gesundheitswesen der Welt. Das stehe jetzt auf dem Spiel, so der Kammer­präsident.

 

Dabei sei es eine Fehleinschätzung, dass Apotheker mit ihrer Forderung nach einem Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln Wettbewerb verhindern wollten. »Wettbewerb muss im Bereich Qualität stattfinden, nicht beim Preis«, sagte Engelen. Dem stimmte auch Bosbach zu, der als Gastredner ebenfalls zur Veranstaltung geladen war. Er forderte gleiche Bedingungen für Offizin-Apotheken und Versender. Es sei unfair, dass Apotheken zum Notdienst verpflichtet würden, während Versender davonkämen. Den Film können Interessierte auf der Kammer-Website anschauen. /

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