Das kanadische Unternehmen Aurora Cannabis hat heute eine weitere Produktionshalle im Chemiepark Leuna offiziell in Betrieb genommen. / © Aurora
Das kanadische Unternehmen hat am heutigen Donnerstag eine weitere Produktionshalle im Chemiepark Leuna offiziell in Betrieb genommen. Die Belegschaft habe dem Standort in Leuna nun den Namen »Aurora Horizon« gegeben. Damit verdoppelt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge die Produktionskapazität am Standort und stärkt den inländischen Anbau von Medizinalcannabis.
Der Ort in Sachsen-Anhalt ist derzeit einer von drei lizenzierten Standorten in Deutschland, an denen Medizinalcannabis angebaut wird. Ansonsten wird in Dresden vom Unternehmen Demecan und in Neumünster (Schleswig-Holstein) von Tilray Deutschland angebaut.
»Wir sind froh, mit Aurora einen verlässlichen Partner an unserer Seite zu haben, der Investitionen und Arbeitsplätze in die Region gebracht hat«, sagte Leunas Bürgermeister Michael Bedla laut Pressemitteilung bei der Eröffnung. »Besonders wichtig ist uns, dass wir uns weiter als Standort für Pharma und Medizin positionieren können.«
Eigenen Angaben zufolge investiert Aurora einen »mittleren einstelligen Millionen-Euro-Betrag« in den Ausbau von Medizinalcannabis. Laut der Pressemitteilung beschäftigt der Hersteller nun 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Chemiepark, das sind zehn mehr als bislang.
Laut dem Hersteller werden am einzigen Produktionsstandort des Unternehmens außerhalb Kanadas firmeneigene Cannabissorten angebaut. Diese seien im Forschungszentrum Aurora Coast in den USA entwickelt worden.
»Indem wir Auroras bewährte Anbau- und Betriebsexpertise sowie branchenführende Genetik nach Leuna gebracht haben, haben wir den Standort und unsere Fähigkeit, Wachstum in der Region voranzutreiben, deutlich weiterentwickelt«, so Alex Miller von Aurora. Die Produkte sind laut dem Unternehmen in Europa ausschließlich auf ärztliche Verschreibung über Apotheken erhältlich.
Während das Unternehmen seine Produktion erweitert, kommt vonseiten der Politik nur wenig Unterstützung für Hersteller von Medizinalcannabis. Seit die CDU wieder Teil der Regierung ist, setzt sie sich für eine Verschärfung des Medizinalcannabisgesetzes ein.
Beim Deutschen Apothekertag in München hat sich Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) auch zu Medizinalcannabis geäußert. Seit der Teillegalisierung seien die Importe von Cannabisblüten zu medizinischen Zwecken massiv gestiegen. Dies sei Missbrauch, da es um Drogenkonsum zu Rauschzwecken gehe.
Das Bundesgesundheitsministerium hat 2025 einen Gesetzentwurf zur Änderung des MedCanG vorgelegt. Dieser sieht unter anderem strengere Regeln für die ärztliche Verschreibung von Medizinalcannabis, Einschränkungen beziehungsweise ein Verbot der reinen Online-Verschreibung sowie ein Verbot des Versands von Cannabisblüten durch Apotheken vor. Darüber hinaus sind stärkere Anforderungen an den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt vorgesehen. Doch die geplante Novelle kommt nicht voran.
Mit dem GKV-Spargesetz werden außerdem Cannabisblüten nicht mehr von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattet.