| Theo Dingermann |
| 15.06.2026 07:00 Uhr |
Verantwortlich für diese Effekte könnte den Forschenden zufolge der Fructosestoffwechsel sein. Der hohe Fructoseanteil zuckergesüßter Getränke fördert die Lipogenese in der Leber, blockiert die Fettsäureoxidation und wird insulinunabhängig primär in der Leber verstoffwechselt.
Tierexperimentell werden zudem Effekte auf die Darmbarrierefunktion und die Exposition der Leber mit Endotoxinen aus dem Darm diskutiert. Damit zeichnet sich ein über die etablierten Pfade Adipositas und Diabetes hinausreichender Wirkmechanismus ab, auch wenn die Forschenden einräumen, dass sich aufgrund imperfekter Messung von BMI und Diabetes Störfaktoren nicht ausschließen lassen.
Zu Aspartam gibt es theoretische Bedenken: Die Substanz wird zum Teil über Methanol zu Formaldehyd abgebaut, das ein bekanntes Karzinogen für die Leber ist. Die Forschenden relativieren diese Bedenken aber: Die bei Aspartamkonsum entstehenden Mengen an Formaldehyd seien gering und mit natürlich in Lebensmitteln vorkommenden Mengen vergleichbar. Der typische Aspartamgehalt in Getränken liege deutlich unter der akzeptablen Tagesdosis.
Die praktische Schlussfolgerung der Forschenden fällt damit klar aus: Für eine eigenständige Assoziation zwischen künstlich gesüßten Getränken und Leberkrebs und damit zwischen Aspartam und HCC liefere die Analyse keine starke Evidenz.