| Lukas Brockfeld |
| 11.06.2026 16:55 Uhr |
Auf dem BVDVA-Kongress war man sich weitgehend einig, dass der Versandhandel in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen werde. Doch die Vor-Ort-Apotheke werde es trotz des Apothekensterbens weiter geben. »Es sterben vor allem die Apotheken, deren Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert. Da liegen zwei Apotheken nur 50 Meter voneinander entfernt. Es gibt es aktuell eine Bereinigung und wir werden bald weniger Apotheken haben. Dann sind wir in fünf Jahren vielleicht bei 14.000 Apotheken in Deutschland, aber nicht bei Null«, sagte Michael Rühl. Selbst die sogenannten »Digital Natives« hätten oft das Bedürfnis, von Angesicht zu Angesicht mit einem richtigen Apotheker zu sprechen.
Thomas Golly ergänzte, dass viele Vor-Ort-Apotheken ihr Geschäftsmodell anpassen würden. »Die stationären Apotheken haben einen Unique Selling Point und den haben sie noch lange nicht ausgeschöpft. Pharmazeutische Dienstleistungen und das Impfen kann kein Versandhändler übernehmen. Und wenn ich jemanden geimpft habe, dann ist die Bindung an die Apotheke höher, als wenn ich das nicht mache. Die Offizin-Apotheke wird ihre Relevanz nicht verlieren. Aber es verteilt sich anders. Es ist eine große Fehleinschätzung zu glauben, dass die Apotheken eh sterben«, so Golly.
Das Papier-Rezept ist ein Auslaufmodell. Mit dem E-Rezept sollen alle Arzneimittel-Verordnungen über die Telematikinfrastruktur abgewickelt werden. Wir berichten über alle Entwicklungen bei der Einführung des E-Rezeptes. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung finden Sie auf der Themenseite E-Rezept.