| Lukas Brockfeld |
| 11.06.2026 16:55 Uhr |
Thomas Golly, Michael Rühl und Dominique Ziegelmayer (v.l.n.r.) beim BVDVA-Kongress. / © PZ/Brockfeld
Die Versender gewinnen insbesondere durch das E-Rezept weiter Marktanteile hinzu. Doch wie ist die Lage der Unternehmen wirklich? Am Donnerstag stellten Dominique Ziegelmayer (Geschäftsführer von DatamedIQ), Thomas Golly (Managing Partner bei Sempora) und Michael Rühl (Vice President Market Data & Intelligence bei Insight Health) auf dem Kongress des Bundesverbands Deutscher Versandapotheken (BVDVA) ihren Lagebericht zur Marktentwicklung vor.
Der deutsche Online-Apothekenmarkt hatte 2025 eine Größe von 4,6 Milliarden Euro, so Dominique Ziegelmayer. Der größte Markt innerhalb Europas konnte im selben Jahr um 10 Prozent zulegen. »Das Wachstum wurde vor allem durch das RX-Wachstum getrieben«, erklärte Ziegelmayer. »Der deutsche Markt wird durch wenige Anbieter dominiert. Das ist sehr besonders. In Frankreich oder Italien sind die Märkte deutlich fragmentierter.« Mit 15,8 Millionen monatlichen Besuchern sei Shop Apotheke aktuell mit Abstand Marktführer – gefolgt von Doc Morris (4,9 Millionen Besucher) und medikamente-per-klick (2 Millionen Besucher).
Der Markt für rezeptfreie Gesundheitsprodukte sei 2025 nur um 4,2 Prozent gewachsen. »Wir sehen, dass das Wachstum zuletzt stark gelitten hat. Wir kommen aus einer Zeit, in der wir zweistellige Wachstumszahlen hatten«, sagte der Geschäftsführer von DatamedIQ. Inzwische sei der RX-Markt daher zu einer wichtigen Säule der Versender geworden.
Der Umsatz mit den Bestandskunden stagniere, doch gleichzeitig verzeichneten die Versender Zuwächse bei den Neukunden. »Wir haben 3,1 Prozent mehr Kunden als im Vorjahr. Das heißt nicht, dass es 3,1 Prozent neue Kunden sind, da manche Kunden den Markt auch verlassen«, so der Analyst. Ziegelmayer konnte auch einige Daten zur Kundenstruktur der Versender vorstellen. Demnach ist deren Kundschaft im Durchschnitt 49,8 Jahre alt. Rund zwei Drittel (64,7 Prozent) der Kundinnen und Kunden sind weiblich.
Laut Ziegelmayer hätten Befragungen gezeigt, dass sich die Kunden von den Versendern in Zukunft Angebote wie Abomodelle für Medikamente, Refills und digitale Betreuung wünschen. »Das, was wir aus anderen Branchen schon kennen, wollen die Patientinnen und Patienten auch im Bereich des Pharma-Versandhandels«, so der Geschäftsführer von DatamedIQ.
Das Papier-Rezept ist ein Auslaufmodell. Mit dem E-Rezept sollen alle Arzneimittel-Verordnungen über die Telematikinfrastruktur abgewickelt werden. Wir berichten über alle Entwicklungen bei der Einführung des E-Rezeptes. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung finden Sie auf der Themenseite E-Rezept.