| 11.09.2026 14:30 Uhr |
Der LAV-Vorsitzende Mathias Arnold ordnete die politische Lage ein. / © PZ/Evans
Für die Apotheken stehen die Zeichen auf sektorenübergreifende Kooperation, betonte Mathias Arnold. In seinem Auftaktvortrag bei den 30. Wirtschaftstagen des Landesapothekerverbands Sachsen-Anhalt in Dessau hob der Vorsitzende heute unter anderem hervor, wie sehr der Berufsstand die pharmazeutischen Dienstleistungen benötigt. »Sie stärken unsere Rolle als Heilberufler.« Aber die Zusammenarbeit ist auch nötig, um die knappsten Ressourcen in den Offizinen – Arbeitskraft und Arbeitszeit – zu sparen.
Auch wenn klar sei, dass die »Leistung am Menschen« arbeitsintensiv sei, sich nicht skalieren lasse und eine Vorabinvestition mit ungewisser Rendite erfordere: »Wir müssen diesen Weg gehen, aber mit Bedacht«, sagte er. Deutlich mache er die Unterscheidung, dass die pharmazeutischen Dienstleistungen die Versorgung retten – nicht das Gesundheitssystem.
Dennoch warnte er in Richtung Politik davor, das Sicherheitsnetz der Vor-Ort-Apotheken an rein ökonomische Gesichtspunkte zu knüpfen – es sei nicht rentabel. »Wir brauchen eine differenzierte Preisgestaltung oder Selektivität.«
Zentral für die Zukunft der Apotheke wird nach Arnolds Ansicht sein: eine kooperative Primärversorgung im heilberuflichen Netzwerk, neue Aufgaben in der Akutversorgung sowie die Ausweitung der Präventionsaufgaben. Langfristig könne allein die Prävention das System entlasten. Dazu gehört: »Weg von der Produktzentrierung und hin zur Patientenzentrierung.«
Obwohl der Druck, zu sparen, bei steigenden Lasten bleibt, will er den LAV-Mitgliederinnen und Mitgliedern die Angst vor dem Wandel ausdrücklich nehmen. »Wir werden auch in Zukunft als Menschen, die Menschen betreuen und versorgen, gebraucht, und das Vertrauen der Patienten ist unsere Währung.«