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Start der Grippesaison

Apotheker und Impfen

Jetzt ist die beste Zeit, sich gegen Grippe impfen zu lassen – mit gutem Beispiel voran gingen DAV-Chef Fritz Becker und einige andere bekannte Apotheker auf der Expopharm in München. 
Daniela Hüttemann
11.10.2018
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Es floss ein Tropfen Blut, das hielt aber den Vorsitzenden des Deutschen Apothekerverbands Becker vom Lächeln fürs Foto nicht ab. »Ich habe mich in den vergangenen sieben Jahren immer gegen Grippe impfen lassen – mit großem Erfolg«, verriet er der Pharmazeutischen Zeitung. Er könne nur empfehlen, dass sich alle Apothekenmitarbeiter zum Start der Grippesaison impfen lassen – zum Eigenschutz und zum Schutz der Kunden. Er selbst habe die Impfung immer gut vertragen.

Den tetravalenten Impfstoff von Mylan hatte ein Mitarbeiter  des Unternehmens persönlich vorschriftsmäßig gekühlt mitgebracht. Es waren genügend Dosen vorhanden, sodass sich auch ABDA-Vizepräsident Mathias Arnold und die Vorsitzenden des sächsischen und bayerischen Apothekerverbands, Thomas Dittrich und Hans-Peter Hubmann, impfen ließen.

Der tetravalente Impfstoff ist nun lieferbar und wird bundesweit für alle von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Risikogruppen bezahlt – in Baden-Württemberg entsprechend der Empfehlung des Sozialministeriums übernehmen die Krankenkassen sogar für jeden gesetzlich Krankenversicherten, unabhängig von Alter und Risikofaktoren, die Kosten für die Influenza-Impfung. Der DAV verhandelt Becker zufolge derzeit mit allen Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen, um eine solche Kostenübernahme bundesweit zu ermöglichen.

Apotheker zum Impfen bereit

Höhere Impfquoten könnten auch erreicht werden, wenn Apotheker impfen dürften. Das zeigen Daten aus anderen Ländern wie der Schweiz oder den USA. Tatsächlich hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Vortag in seiner Begrüßungsrede beim Deutschen Apothekertag gesagt, er könne sich das Impfen in der Apotheke vorstellen.

»Wenn die Politik das möchte, um bessere Durchimpfungsraten zu erreichen, werden wir uns dieser Herausforderung stellen«, sagte Becker der PZ. »Wenn wir impfen, dann aber ganz klar nur qualitätsgesichert.« Auch haftungsrechtliche Fragen und die Vergütung müssten vorher geklärt sein.

Was halten die Ärzte davon? Zumindest Dr. Karin von Jeinsen, die Becker und den anderen Apothekern die Impfung am ABDA-Stand verabreichte, hält dies für sinnvoll. »In den Apotheken ist die Hemmschwelle sicherlich niedriger als in den gerade zur Grippezeit oft überfüllten Arztpraxen«, so die Allgemein- und Arbeitsmedizinerin, die als Betriebsärztin in Pharma- und Chemieunternehmen tätig ist.

Wichtig sei, dass die Apotheker zuvor gut geschult werden – auch in Erster Hilfe, um bei den sehr seltenen auftretenden Fällen anaphylaktischer Reaktionen sofort reagieren zu können. Außerdem müssten ausreichend Adrenalin-Autoinjektoren in der Apotheke vorhanden sein. Ihrer Meinung nach gehöre aber das Impfen von Patienten mit chronischen Erkrankungen, Kindern und Schwangeren in die Hände der Fach- und Hausärzte. Bei gesunden Personen sieht sie dagegen keine Probleme.

Impfkampagne in Baden-Württemberg gestartet

Am Dienstag hatte der LAV Baden-Württemberg eine Kampagne gestartet, um mehr Menschen zur Grippeschutzimpfung zu bewegen. Mit Plakaten, Postkarten und Aufklärungsmaterial informieren die baden-württembergischen Apotheken vor Ort sowie über die eigene Kampagnen-Website www.impfopoint.de und einen entsprechenden Facebook-Kanal über zahlreiche Fakten zur Grippe und räumen mit Behauptungen von Impfgegnern auf. »Die Seite liefert kurz, prägnant und anschaulich viele informative Fakten rund um die Grippe und die Wirkung der Schutzimpfung«, sagte Becker, der auch Vorsitzender des LAV Baden-Württemberg ist, zum Auftakt der Kampagne. »Es geht darum, möglichst viele Menschen anzusprechen – und auch die Bevölkerungsschichten zu erreichen, die vielleicht noch nicht an die Impfung gedacht haben.«

Foto: PZ/Alois Müller

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