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Medikamentenmüll

Apotheker sollten über Arzneimittelentsorgung aufklären

Sammelstellen in Apotheken

Die einzelnen OECD-Länder handhaben es unterschiedlich, wie Arzneimittel entsorgt werden. Auch in Deutschland gibt es keine einheitliche Regelung zur Entsorgung von Medikamenten. Auf der Website arzneimittelentsorgung.de finden sich Informationen, wie unterschiedlich die Arzneimittelentsorgung in Deutschland gehandhabt wird.  Modelle, bei denen die Hersteller die Verantwortung für die Entsorgung übernehmen, habe sich laut Bericht als effektiver Ansatz erwiesen, Medikamente zu entsorgen. Dabei organisieren und finanzieren die Hersteller die Arzneimittelentsorgung. Die vier OECD-Länder mit den höchsten Sammelquoten (Frankreich, Schweden, Portugal und Spanien) haben ein System der erweiterten Herstellerverantwortung und Sammelstellen in Apotheken etabliert. Alternative Ansätze wie öffentlich finanzierte Rücknahmesysteme können laut OECD ebenfalls wirksam sein, würden aber das Verursacherprinzip nicht umsetzen.

In Lettland gaben 60 Prozent der Befragten im Rahmen des OECD-Berichtes zu, nicht zu wissen, wie man nicht verwendete oder abgelaufene Arzneimittel richtig entsorgt. Eine in den Niederlanden durchgeführte Umfrage kam zu dem Schluss, dass 17,5 Prozent der Befragten nicht wussten, dass flüssige Medikamente nicht heruntergespült werden sollten. Um das Bewusstsein der Bürger für ordnungsgemäße Entsorgungswege und die Existenz von Drogenrücknahmesystemen zu schärfen, sollten Regierungen Organisationen für Herstellerverantwortung entwickeln oder beauftragen, gezielte Kommunikationskampagnen durchzuführen, fordert die OECD in ihrem Bericht. Insbesondere Flüssigkeiten, Salben und Cremes würden häufig falsch entsorgt, was verdeutlicht, sodass weitere Aufklärungskampagnen in vielen Ländern von Vorteil wären.

Sensibilisierung zu Umweltthemen und richtiger Entsorgung

Weitere Ansätze, die ebenfalls zu einer Sensibilisierung und Verhaltensänderung führen können, seien spezielle Hinweise für geeignete Entsorgungswege auf der Umverpackung von Arzneimitteln oder in der Packungsbeilage anzugeben. Bestimmte »Sparkonten« zur Rückgabe von Medikamenten in Apotheken oder die Umweltkennzeichnung von Produkten, um die Verbraucher zu informieren, könnten ebenfalls Ansätze sein. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass Apothekerinnen und Apotheker insbesondere bei den Wirkstoffen zur Entsorgung von Medikamenten informieren müssen, die besonders die Umwelt belasten. Dabei sollten ihre Erklärungen so einfach wie möglich sein. 

 

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