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Arzneimittel-Austausch
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Apotheken haben Sonderregeln besonnen genutzt

Derzeit gelten erweiterte Auswahlmöglichkeiten für Apotheken zum Austausch ärztlich verordneter, dringender, aber nicht sofort verfügbarer Medikamente. Eine neue Auswertung zeigt nun, dass die Apotheken verantwortungsvoll damit umgehen, Millionen Patienten schnell und unkompliziert versorgt und keine zusätzlichen Kosten verursacht haben – was für eine dauerhafte Beibehaltung der Maßnahme spricht.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 12.04.2022  13:10 Uhr

Rabatt-Erfüllungsquote blieb hoch

Im zweiten Halbjahr 2019 mussten die Apotheken durchschnittlich 2,6 Millionen Packungen pro Monat austauschen, weil sie nicht vorrätig oder nicht lieferbar waren. Im zweiten Halbjahr 2020 lag die Austauschquote bei 2,3 Millionen Packungen nur etwas niedriger, aber da nun durch die Neuregelung der Engpass nicht mehr in einem zeitaufwändigen Verfahren belegt werden musste, konnte die Wartezeit für den Patienten verkürzt werden.

Seit Inkrafttreten der SARS-CoV-2-AMVersVo hat die Abgabe dokumentierter »dringender Fälle« und damit einer beschleunigten Versorgung nach DAPI-Analyse der abgegebenen Medikamente zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sprunghaft zugenommen: von etwa 0,8 Millionen Packungen pro Monat im Beobachtungszeitraum vor Pandemiebeginn (Juli 2019 bis Februar 2020) auf 1,6 Millionen Packungen pro Monat ab April 2020. Umgekehrt halbierten sich die Fälle mit Wartezeit von etwa 2,0 Millionen pro Monat im Zeitraum Juli 2019 bis März 2020 auf 1,0 Millionen pro Monat im Zeitraum April bis Dezember 2020.

Das DAPI konstatiert zudem, dass die Rabattvertrags-Erfüllungsquote mit 94 Prozent unverändert hoch blieb. Ebenso habe sich die Importquote kaum geändert. Sie habe im gesamten Untersuchungszeitraum nie unter 5,2 Prozent gelegen – und damit deutlich über dem im Rahmenvertrag festgelegten Einsparziel von 2 Prozent. »Es kann demnach davon ausgegangen werden, dass die Erweiterung der Substitutionsregeln gemäß SARS-CoV-2-AMVersVo keine relevanten negativen Auswirkungen auf die GKV-Ausgaben hatte«, folgert das DAPI.

Insgesamt zeige die Analyse, dass die Erweiterung der Aut-idem- und Aut-simile-Substitution in den Apotheken verantwortungsbewusst und mit konstantem Blick auf die Wirtschaftlichkeit eingesetzt wurden, heißt es weiter. Gleichzeitig ermöglichten diese Lockerungen bei Liefer- und Versorgungsengpässen auch außerhalb der pandemischen Situation eine schnelle und verlässliche Versorgung von Patienten mit den notwendigen Arzneimitteln. Die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände setzt sich daher dafür ein, die Möglichkeiten zur Auswahl eines verordneten Arzneimittels nachhaltig zu erweitern.

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