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Norddeutscher Protest
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Apotheken funken SOS

Mehr als 3000 Menschen aus öffentlichen Apotheken in Norddeutschland haben heute in Hannover auf dem Bahnhofsvorplatz demonstriert. Das Schiff Apotheke sei auf Grund gelaufen – aufgrund falscher Signale des Bundesgesundheitsministeriums.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 08.11.2023  13:35 Uhr

Wohnortnahe, familienfreundliche Arbeitsplätze in Gefahr

Dafür hatte sich unter anderem auch Christian Burgdorf bedankt, der als Vorsitzender des Arbeitgeberverbands Niedersächsischer Apotheken gesprochen hatte. Er erinnerte an die bundesweit rund 160.000 wohnortnahen, familienfreundlichen Arbeitsplätze. »Wir wollen unseren gut ausgebildeten, engagierten Mitarbeitenden natürlich sichere und angemessene Gehälter zahlen«, so Burgdorf, doch viele Inhabende könnten es mittlerweile nicht mehr, müssten sogar trotz anhaltend hoher Arbeitsbelastung Personal aus betriebswirtschaftlichen Gründen entlassen.

»Wir Apotheken können nur als Teams existieren«, erinnerte auch Groeneveld und bedankte sich neben den Approbierten, PTA und PKA auch explizit bei Boten und Reinigungspersonal. »Jeder einzelne Mitarbeiter zählt und ist wichtig – auch für die kämpfen wir hier.«

»Wichtig ist, dass wir weiter laut protestieren, damit das Apothekensterben endlich aufhört«, sagte Cathrin Burs, Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, zur PZ. »Wir dürfen unser bewährtes System nicht weiter mit neuen Strukturen wie Apotheken light und Gesundheitskiosken in Gefahr bringen. Noch haben wir ein resilientes System für die Arzneimittelversorgung – wir brauchen keine Strukturveränderungen, sondern jetzt die richtige Unterstützung gegen die Unterfinanzierung.«

Habeck soll zugesagte Honorarerhöhung einhalten

»Wer die Apotheken kaputt spart, spart auch die Arzneimittelversorgung kaputt – das hier ist ein wirklicher Hilferuf«, bekräftigte auch Kai Christiansen, Kammerpräsident in Schleswig-Holstein, gegenüber der PZ. »Wir stehen für Verlässlichkeit – die ist uns die Politik noch schuldig. Statt ein bewährtes System zu stabilisieren, will Lauterbach diese Strukturen nicht nur destabilisieren, sondern sogar zerstören und durch Gesundheitskioske ersetzen. Dort will Lauterbach unsere Gesundheit verramschen.«

Christiansen hielt auch während der Kundgebung direkten Kontakt mit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), der von Groeneveld ebenfalls adressiert wurde. »Halten Sie Ihr Wort, setzen Sie sich für uns ein, überzeugen Sie Ihre Koalitionspartner«, appellierte Groeneveld an Habeck in Berlin. Der Minister hatte gegenüber Kammerpräsident Christiansen in Aussicht gestellt, dass sich sein Haus um die Erhöhung des Apothekenhonorars bemühen werde. 

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