Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Abrechnung
-
AOK zahlt früher Abschlag aus

Der Hamburger Apothekerverein und die AOK Rheinland/Hamburg haben eine Veränderung des Arzneimittelliefervertrags vereinbart. Die Apotheken kommen früher an ihr Geld und erhalten einen höheren Abschlag. Das Rechenzentrum NARZ/AVN aposoft kündigt eine schnelle Unmsetzung an.
AutorKontaktPZ
Datum 17.03.2026  17:24 Uhr
Datum Aktualisiert am 20.03.2026  11:19 Uhr

Die Änderung ist bereits seit März dieses Jahres rechtsgültig. Anstelle einer Abschlagszahlung soll es ab März zwei Abschlagszahlungen pro Abrechnungsmonat geben. Die erste Abschlagszahlung soll dabei schon im laufenden Abrechnungsmonat erfolgen, die zweite Abschlagszahlung zum gewohnten Zeitpunkt.

Auch der Gesamtbetrag der Abschlagszahlungen wurde erhöht. Dieser muss laut Mitteilung des  Hamburger Apothekervereins bis zum vierten Kalendertag des auf den Abrechnungsmonat folgenden Monats an die beauftragten Rechenzentren gezahlt werden. Darüber hinaus wurden mit der Änderungsvereinbarung die Abrechnungsmodalitäten für die Direktabrechnung vertraglich konkretisiert.

Die Vertragspartner sind zufrieden: »Wir sind zuversichtlich, dass wir mit den nun beschlossenen Regelungen eine sachgerechte und für alle Beteiligten gute Lösung gefunden haben«, erklärt Werner Haag von der AOK Rheinland/Hamburg. Jörn Graue, Vorsitzender des Hamburger Apothekervereins: »Ich verstehe die Änderung auch als wegweisendes Zeichen für alle Apotheken in politisch und wirtschaftlich schwieriger Zeit«, so Graue.

Anlass für die Änderung des Rahmenvertrags war laut HAV-Mitteilung das Urteil des Bundesgerichtshofs im »Skonto-Streit«. Anfang Februar 2024 hätten sich im Zuge der Karlsruher Entscheidung die Einkaufs- und Zahlungskonditionen der Apotheken im pharmazeutischen Großhandel geändert. Demnach sind Skonti unzulässig, wenn die Summe aus Rabatten und Skonti dazu führt, dass der feste Großhandelszuschlag von 73 Cent unterschritten wird.

Aufgrund der seither veränderten Einkaufs- und Zahlungskonditionen der Apotheken bei den Großhändlern soll mit den Anpassungen die Liquidität der Apotheken verbessert werden, heißt es.

Rechenzentrum kündigt schnelle Umsetzung an

Unterstützung kommt vom Rechenzentrum NARZ/AVN aposoft. Man begrüße und unterstütze diese Vereinbarung ausdrücklich, teilte der Apothekendienstleister mit. Sie sei ein wichtiger Schritt, um die Liquiditätssituation der Apotheken in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten gezielt im Sinne einer gemeinsamen Verantwortung für eine stabile Versorgungsstruktur vor Ort zu stärken.

»Die Apotheke vor Ort ist unverzichtbar – für die Gesundheitsversorgung, für die Gemeinschaft, für unser aller Alltag. Wenn wir als Rechenzentrum dazu beitragen können, ihre wirtschaftliche Situation zu stärken, dann ist das nicht nur eine geschäftliche Entscheidung. Es ist eine Verpflichtung, der wir uns mit Überzeugung stellen«, betont Marc Beushausen, Geschäftsführer der Firmengruppe NARZ/AVN aposoft.

NARZ/AVN erarbeitet demnach gerade die technische Umsetzung und will diese so schnell wie möglich bereitstellen. Eine Vertragsanpassung mit dem Kunden werde dafür nicht erforderlich sein, so das Unternehmen.  Denn das Ziel sei, hier unbürokratisch und vertragsunabhängig zu handeln.

Mehr von Avoxa