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Frühzeitig behandeln, Dosierungen anpassen

Auch für andere Medikationen ist es wichtig, vom Albumin-Mangel zu wissen. Beispielsweise Antibiotika können durch die geänderte Plasma-Eiweißbindung eine unerwartet andere Wirkstoff-Konzentration erreichen. Daher schlagen die UMG-Mediziner vor, die Medikamentenspiegel zu bestimmen. Last but not least kann der Albumin-Mangel im Blut auch zum Kreislaufversagen führen. Kennt das Personal den Wert, kann es frühzeitig vorbeugende Maßnahmen ergreifen.

Bei einem schweren Mangel an Antithrombin III im Blut können Thrombosen und Thrombembolien die Folge sein. Auch an dieser Stelle ist die Früherkennung dieses Defizits hilfreich. So kann eine vorbeugende Therapie mit Blutverdünnungsmitteln bereits frühzeitig beginnen. Das gebräuchlichste Medikament, Heparin, wirkt über Antithrombin. Ein Mangel an Antithrombin III kann also eine Unwirksamkeit von Heparin oder einen hohen Heparin-Bedarf zur Folge haben. Daher müssen die Ärzte wahrscheinlich deutlich höhere Dosen des Antikoagulans einsetzen, um den gewünschten vorbeugenden Effekt zu erzielen und so Blutgerinnsel zu verhindern.

Durch das frühe Erkennen eines Kapillarlecksyndroms können präventive Therapien eingeleitet werden und so vielleicht sogar lebensbedrohliche Verläufe verhindert werden, so die Seniorautorin der Publikation, Professor Dr. Simone Scheithauer von der UMG.

Da der Handlungspfad mit einer einfachen Urinuntersuchung beginnt, halten die Wissenschaftler das Vorgehen übrigens auch für Patientengruppen in Pflegeheimen für geeignet, ebenso für Betroffene, die nach Diagnosestellung zunächst ambulant zu Hause behandelt werden. Hier könnte der Urinbefund als Frühwarnzeichen dafür dienen, dass eine Verschlechterung des Zustandes droht. So könnte eine ambulante Maßnahme früher einsetzen und weiteren Schaden und vielleicht einen Krankenhausaufenthalt verhindern.

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