| Daniela Hüttemann |
| 29.08.2022 09:00 Uhr |
Als besondere Herausforderungen benannte Below das Medikationsmanagement von älteren (multimorbiden) Patienten, Patienten nach Krankenhausaufenthalt sowie jüngere chronisch Kranke. Bei einem Krankenhausaufenthalt verändere sich die Medikation mitunter massiv. Den Zi-Daten zufolge bekommen Patienten nach einem Herzinfarkt durchschnittlich doppelt so viele Wirkstoffe verordnet wie vor dem Krankenhausaufenthalt.
Bei den chronisch kranken Patienten könne die Betreuung durch verschiedene Fachgruppen den Überblick über die Gesamtmedikation erschweren. So hätten 2020 etwa 2 Prozent der Patienten mit Metformin zeitgleich Trimethoprim erhalten – 41 Prozent von ihnen aus unterschiedlichen Praxen. Und bei Epilepsie-Patientinnen, die schwanger werden, würden die potenziell teratogenen Medikamente immer noch zu häufig zu spät angepasst, da hier Gynäkologe, Neurologe und Hausarzt oft nicht ausreichend informiert seien oder diesen Aspekt bedenken.