| Annette Rößler |
| 05.04.2026 08:00 Uhr |
Laut dem Netzwerk »Gesund ins Leben« sind 30 Minuten Bewegung pro Tag in der Stillzeit optimal. Moderate Bewegung fördere das körperliche und seelische Wohlbefinden sowie die Milchbildung. Frauen könnten ihre bevorzugte Sportart dabei frei wählen. Nach erfolgter Rückbildung wird wieder zweimal pro Woche Krafttraining empfohlen.
In der Stillzeit gilt es, Bewegung in den Alltag mit dem Kind zu integrieren. 30 Minuten pro Tag sollten es idealerweise sein. / © Adobe Stock/Auremar
Zu den Auswirkungen von Sport in der Stillzeit auf das Körpergewicht, die Körperzusammensetzung und die Knochendichte erschien 2020 eine Übersichtsarbeit im »Journal of Human Sport & Exercise« (DOI: 10.14198/jhse.2021.164.01). Demnach war der erwünschte Effekt eines beschleunigten Gewichtsverlusts nach der Entbindung in Studien nicht nachweisbar, möglicherweise weil die Teilnehmerinnen den erhöhten Energieverbrauch durch die Bewegung mit einer stärkeren Nahrungsaufnahme (über-)kompensierten. In diesem Zusammenhang verweisen die Autoren darauf, dass die hohen Spiegel des Hormons Prolaktin in der Stillzeit nicht nur die Milchbildung, sondern auch den Appetit anregen.
Positive Effekte zeigten sich aber bezüglich der Körperzusammensetzung, also des Anteils der fettfreien Masse am Körpergewicht, und der Knochendichte. In der Stillzeit verliert eine Frau täglich bis zu 200 mg Calcium und 1 bis 3 Prozent Knochensubstanz pro Monat; das entspricht der zehnfachen Rate einer postmenopausalen Frau mit Osteoporose. Bei sportlich aktiven Frauen ist dieser Verlust an Knochendichte weniger stark ausgeprägt.
Die Folgen des Knochenabbaus wie auch der veränderten Körperzusammensetzung zeigen sich erst lange nach der Schwangerschaft und Stillzeit. Von Sport und Bewegung in dieser Lebensphase profitieren Frauen somit nicht nur kurz-, sondern auch langfristig.
Annette Rößler studierte Pharmazie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und erhielt 2002 die Approbation als Apothekerin. Sie arbeitete mehrere Jahre in Krankenhaus- und verschiedenen öffentlichen Apotheken in Schweden und Deutschland. Nach einem Volontariat bei der Springer-Medizin-Verlagsgruppe und Tätigkeit als Redakteurin im Newsroom der Ärzte Zeitung wechselte sie 2011 zur Pharmazeutischen Zeitung.