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Lieferengpässe

Ärzte machen Druck

Die regelmäßigen Anrufe aus den Apotheken scheinen zu wirken: Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein kommt am Thema Lieferengpässe nicht mehr vorbei.
Christina Müller
20.08.2019  11:58 Uhr

»Uns erreichen vermehrt Rückfragen von Praxen zu nicht verfügbaren Arzneimitteln«, informiert KV-Chef Frank Bergmann. »Wir können bestätigen, dass der Mangel an einzelnen Arzneimitteln in den Praxen zunehmend spürbar ist – und das nicht zum ersten Mal.« Immer häufiger müssten Apotheken nachfragen, ob sie ein wirkstoffgleiches Medikament abgeben dürfen, teilt die KV mit. »Vermehrt erreichen uns jedoch auch Rückmeldungen, dass Wirkstoffe gar nicht mehr lieferbar sind und auch nicht auf andere Anbieter ausgewichen werden kann.«

Jetzt haben die Mediziner offenbar genug. »Für eine verlässliche medizinische Versorgung unserer Patienten muss dringend geklärt werden, welche Dimension der Mangel in den Apotheken und Großhandlungen hat«, fordert Bergmann. Es gelte nun herauszufinden, welche Wirkstoffe nicht lieferbar seien, ob es sich um lokale Probleme handele oder Wirkstoffe bundesweit nicht verfügbar seien. »Um das zu Problem zu beheben, müssen auch die Ursachen für den Mangel benannt werden«, betont der KV-Chef. Im Verdacht stehen aus seiner Sicht »die Konzentration auf einzelne Produktionsstätten im Ausland, der offenbar lukrativere Verkauf von Medikamenten in Nachbarländer und das Einstellen der Produktion aufgrund fehlender Rentabilität«. Zudem will Bergmann klären, wer dafür verantwortlich ist, wenn Ärzte ihre Patienten aufgrund von Lieferengpässen nicht adäquat versorgen können.

 

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