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Rheumatische Erkrankungen
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Ältere Patienten optimal behandeln

Die Zahl der älteren Menschen mit rheumatischen Erkrankungen nimmt zu. Doch diese Patientengruppe wird häufig nicht optimal behandelt. Darauf machte die Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie im Vorfeld ihrer Jahrestagung aufmerksam.
AutorKontaktChristina Hohmann-Jeddi
Datum 15.09.2026  10:30 Uhr

In Deutschland liegt inzwischen der Anteil der Menschen über 65 Jahren bei knapp einem Viertel – Tendenz steigend. Damit steigt auch der Anteil der älteren Menschen mit rheumatischen Erkrankungen. Darauf machte Professor Dr. Jan Leipe, Leiter der Sektion Rheumatologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, bei einer Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh) am 12. September aufmerksam.

Zum einen erreichten Patienten mit rheumatischen Erkrankungen durch medizinische Fortschritte ein immer höheres Lebensalter, zum anderen treten einige Erkrankungen wie Polymyalgia rheumatica und Riesenzellarteriitis vor allem bei älteren Menschen auf.

Dabei gingen bei Älteren nicht jeder Gelenkschmerz auf rheumatische Erkrankungen zurück. Diese müssten von Verschleißerkrankungen wie Arthrose unterschieden werden, die etwa ab einem Alter von 30 bis 40 Jahren auftreten. Dennoch dürfe man es nicht verpassen, eine entzündlich-rheumatische Erkrankung zu diagnostizieren, denn je früher diese erkannt und therapiert werde, desto besser sei das Outcome, desto weniger Gelenke würden zerstört und Gefäße geschädigt, betonte der Rheumatologe.

Red Flags, die für eine rheumatische Erkrankung sprechen, seien Gelenkschwellungen, Morgensteifigkeit, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und ein ungewollter Gewichtsverlust. Diese Warnsymptome sollten ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden, sagte Leipe.

Alter ist kein Grund zur Unterbehandlung

Wenn die Diagnose steht, sei es wichtig, dass ältere Patienten auch optimal laut Leitlinie behandelt würden. Denn unkontrollierte Entzündungen förderten auch den Muskelabbau und die Gebrechlichkeit und erhöhten das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Bei einer konsequenten Therapie entspreche aber die Lebenserwartung der Patienten der der Gesamtbevölkerung.

Wird denn bei Älteren optimal therapiert? »Nein. Da haben wir noch Aufholbedarf«, sagte Leipe. So gebe es zum Beispiel Evidenz, dass zielgerichtete Therapien bei Menschen ab 80 Jahren deutlich seltener eingesetzt würden. Dabei seien die Biologika wie TNFα-Blocker für Ältere ideal, da sie nicht über Leber und Niere verstoffwechselt und ausgeschieden würden und auch wenig Wechselwirkungen mit anderen Arzneistoffen zeigten. Die ursprüngliche Befürchtung von vor über 30 Jahren, als die Substanzen eingeführt wurden, dass sie vermehrt unerwünschte Wirkungen zeigten und etwa die Infektanfälligkeit oder das Krebsrisiko erhöhten, habe sich nicht bewahrheitet.

Dennoch erhielten ältere Patienten über 80 Jahre mit Gelenkentzündungen zu 22 Prozent seltener diese Biologika und stattdessen Glucocorticoide, berichtete Leipe. Dabei hätten Letztere bekanntermaßen negative Effekte auf die Knochendichte und auf kardiovaskuläre Erkrankungen. Hier sollte gezielter und nicht weniger therapiert werden.

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