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Ausländische Berufsabschlüsse

ABDA wünscht Änderungen

Der Bund will die Berufsanerkennung von ausländischen Fachkräften erleichtern. Die ABDA findet das gut. Es müsse aber klar sein, dass das jeweilige Berufsrecht stärker wiege als Vorgaben des Ausländerrechts, erklärt die Standesvertretung in einer Stellungnahme.
Anna Pannen
10.12.2018
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Mehr qualifizierte Apotheker aus dem Ausland, die freie Stellen in deutschen Apotheken füllen – diese Aussicht findet die ABDA grundsätzlich gut. Schließlich klagen Apothekenbesitzer seit Jahren über fehlende Bewerber. Entsprechend erfreut zeigte sich die Standesorganisation über einen Gesetzentwurf aus dem Innenministerium. Er soll eingewanderte Fachkräfte schneller auf den deutschen Arbeitsmarkt bringen.

Dennoch heißt die ABDA nicht alle Punkte gut, die das sogenannte Fachkräfteeinwanderungsgesetz umfasst. Zum Beispiel heißt es darin, die Aufenthaltserlaubnis berechtige „zur Ausübung einer qualifizierten Beschäftigung“. Die ABDA wendet ein, der Gesetzestext müsse klar sagen, dass letztendlich das jeweilige Berufsrecht ausschlaggebend für die Arbeitsberechtigung ist und noch über der Aufenthaltserlaubnis steht. Im Fall von eingewanderten Pharmazeuten wäre das die Bundes-Apothekerordnung.

Dass die Behörden im Ausland erworbene Berufsabschlüsse schneller anerkennen sollen, hält die ABDA zwar für eine gute Sache. Im Fall der akademischen Heilberufe sei das geplante Vorgehen aber viel zu umständlich. So sollen Bewerber ihren Antrag nicht direkt bei der jeweiligen Anerkennungsbehörde stellen können, sondern müssen den Umweg über die Ausländerbehörde nehmen. Wenn erst Akten hin und her gesandt und Dokumente doppelt geprüft würden, verzögere das die Anerkennung unnötig, heißt es in der Stellungnahme der ABDA.

Dafür schieße der Gesetzentwurf in Sachen Fristen deutlich übers Ziel hinaus. Er sieht vor, dass die zuständigen Behörden immer dann, wenn ein Bewerber alle Unterlagen vollständig eingereicht hat, binnen vier Wochen eine Entscheidung treffen müssen. Das sei nicht zu schaffen, erklärt die ABDA. Derzeit benötige die zentrale Gutachtenstelle für Gesundheitsberufe rund vier Monate für eine solche Bewertung. Das Anerkennungsverfahren sei komplex, und um es zu beschleunigen, müsste man die Prüfungsstandards absenken. Das sei indiskutabel, erklärt die Standesorganisation.

Die Eile sei im Falle von Apothekenberufen auch gar nicht nötig, stellt die ABDA klar. Denn derzeit gilt, dass Bewerber aus Drittstaaten auch schon in der Apotheke arbeiten dürfen, wenn ihr Anerkennungsverfahren noch läuft. Sie müssen zuvor lediglich nachweisen, dass sie eine Ausbildung in einem Apothekenberuf abgeschlossen haben und dürfen nur bestimmte Tätigkeiten übernehmen, bis ihre Approbation anerkannt ist. Es mache also nichts, wenn die Anerkennung der Approbation ein paar Wochen länger dauere, heißt es in der Stellungnahme. So lange könnten die Antragsteller schon arbeiten und Erfahrungen sammeln. /

 

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