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Hitzeaktionstag 2024
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ABDA unterstützt breites Aktionsbündnis 

Der Klimawandel sorgt für immer heftigere Hitzewellen, die jedes Jahr zahlreiche Menschenleben fordern. Ein breites Bündnis hat daher einen gemeinsamen Forderungskatalog zum Hitzeschutz erarbeitet. Auch die Apotheken können einen wichtigen Beitrag leisten. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 05.06.2024  17:00 Uhr

Apotheken in der Verantwortung 

Die Apotheken können beim Schutz vor hohen Temperaturen eine wichtige Rolle spielen, beispielsweise indem sie die Patienten über allgemeine Gefahren der Hitze oder mögliche Wechselwirkungen bei bestimmten Medikamenten aufklären.

Die ABDA hat sich daher dem Aktionsbündnis angeschlossen. Auf der ABDA-Website steht ab sofort das neue Referat »Hitzeschutz« zur Verfügung, das ein Doktorand vom Lehrstuhl Klinische Pharmazie der Universität Bonn erstellt hat. Im öffentlichen Bereich der Website stehen außerdem Infomaterialien für Apotheken und Patienten zum Download bereit. Zum Angebot gehört das Faktenblatt »Hitzeschutztipps aus ihrer Apotheke«, ein Poster sowie ein Patientenflyer. Die Materialien enthalten außerdem Hinweise zum richtigen Umgang mit Arzneimitteln bei starker Hitze.

Auch die Apothekerkammer Berlin hat sich das Thema Hitze auf die Fahnen geschrieben. »Es geht nicht nur darum, ausreichend Flüssigkeit zu trinken oder die Sonne zu vermeiden. Mit hohen Temperaturen gehen deutlich mehr gesundheitliche Risiken einher. So kann extreme Hitze die Wirkung eines Arzneimittels verändern. Ebenso können ungeahnte Neben- oder Wechselwirkungen auftreten, die eine Patientin oder ein Patient nicht ohne Weiteres erkennen oder vorhersehen kann«, erklärt Ina Lucas, Präsidentin der Apothekerkammer Berlin, in einer Pressemitteilung. 

Die Apotheken können laut Lucas eine besondere Rolle beim Hitzeschutz spielen: »Aufgrund ihrer Arzneimittelexpertise können Apothekenteams eine erste Medikationsanalyse vornehmen, durch persönliche Beratung mögliche Präventionsmaßnahmen aufzeigen, die Patientinnen und Patienten auf steigende Temperaturen vorbereiten und damit ihren Versorgungsauftrag umfassend erfüllen«, so die Kammerpräsidentin. 

Forderungen an die Politik 

Die Verbände des Hitzeaktionsbündnis haben gemeinsam einen Forderungskatalog erarbeitet, um Deutschland hitzeresilienter zu machen. Sie sprechen sich dafür aus, den Hitzeschutz gesetzlich als Pflichtaufgabe auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene zu verankern. 

Der Schutz vor extremen Temperaturen müsse außerdem in anderen Sektoren, wie zum Beispiel dem Bau- oder dem Arbeitsrecht, verankert werden. Darüber hinaus sollte Hitze als zentrale Herausforderung in den Zivil- und Katastrophenschutz integriert werden. Das Bündnis fordert die Verantwortlichen in der Politik dazu auf, ausreichende finanzielle Mittel zur Umsetzung der Maßnahmen bereitzustellen. 

 

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