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Interview Gabriele Regina Overwiening

ABDA bildet eigenen »Digital Hub«

Vor ihrer Wahl zur neuen ABDA-Präsidentin warb Gabriele Regina Overwiening dafür einen »Think Tank« zu schaffen – eine Gruppe, in der die Zukunft der Apothekerschaft ohne Denkschranken diskutiert wird. Zumindest bezogen auf das Thema Digitalisierung hat der Geschäftsführende ABDA-Vorstand nun geliefert und eine solche Gruppe aufgebaut. Im PZ-Interview erklärt die ABDA-Präsidentin die Hintergründe.
Benjamin Rohrer
10.03.2021  12:30 Uhr

PZ: Frau Overwiening, nach drei Monaten im Amt haben Sie das erste, große Wahlversprechen umgesetzt. Der Geschäftsführende Vorstand der ABDA hat die Einrichtung eines »Digital-Hub« der ABDA beschlossen. Welche Ziele hat die Arbeitsgruppe?

Overwiening: Mit dem »Digital Hub« bekommen wir endlich ein Forum, in dem wir uns ergebnisoffen und ausschließlich der Digitalisierung widmen können. Wir müssen uns die Frage stellen, welche Möglichkeiten die Digitalisierung Apothekern und Patienten bietet. Lassen sich die neuen pharmazeutischen Dienstleistungen durch digitale Komponenten ergänzen? Wie kann der Patientenkontakt unterstützt werden? Solche Fragen müssen offen diskutiert werden – ohne Denkschranken. Dafür braucht es Raum und Zeit für Ideen – dafür soll es den »Digital Hub« geben.

PZ: Die ABDA hat eine Abteilung, die sich mit der Digitalisierung beschäftigt. Warum war die Einrichtung eines neuen Gremiums nötig?

Overwiening: Gerade in Zeiten der Pandemie ist das operative Geschäft der ABDA-Abteilungen sehr fordernd. Fast täglich müssen Verordnungen oder Gesetze aus Sicht der Apothekerinnen und Apotheker eingeschätzt werden. Da ist der eben angesprochene Raum für Ideen nicht immer vorhanden. Natürlich haben wir aber dafür gesorgt, dass der »Digital Hub« eng an die Verbandsarbeit angeschlossen ist. Unsere IT-Abteilung wird auch in dem Forum vertreten sein; außerdem wird die Anbindung an den geschäftsführenden ABDA-Vorstand über Anke Rüdinger  und Hannes Müller erfolgen. Beide brennen dafür, das Thema für die Apotheken voranzutreiben.

Welchen Mehrwert hat die Arbeitsgruppe für Apotheker?

PZ: Bei einer neuen Arbeitsgruppe entsteht immer die Frage, ob und wann konkrete Ergebnisse präsentiert werden. Wie wollen Sie sicherstellen, dass der »Digital Hub« lebensnahe Vorschläge erarbeitet, die den Apothekern helfen?

Overwiening: Ich werde keine Zeit- und Inhaltsvorgaben setzen. Der »Digital Hub« soll ein geschützter Raum werden, in dem man auch einmal Ideen verwirft, die man zuvor interessant fand. Der Auftrag des Forums ist es, digitale Themen für die Apothekenwelt zu suchen, zu finden und diese auf einen möglichen Nutzen für Patientinnen und Patienten sowie Apothekerinnen und Apotheker hin zu analysieren.

PZ: Der »Digital Hub« soll auch ABDA-externe Mitglieder haben. Können Sie verraten, wie viele Mitglieder das Forum haben wird und wer dabei ist?

Overwiening: Neben den Mitgliedern der ABDA-IT-Abteilung, Frau Rüdinger und Herrn Müller sollen externe Experten ihr Wissen einbringen. Im alltäglichen Verbandsgeschehen wollen wir nicht nur im eigenen Saft schmoren, sondern ergebnisoffen und flexibel diskutieren, andere Ansichten anzuhören ist wichtig. Allerdings gibt es bei den externen Beratern keine statische Besetzung – wir wollen uns Änderungen vorbehalten.

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