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Zyto-Apotheken in NRW: Überwiegend gute Noten

Das Land Nordrhein-Westfalen stellt seinen Zytostatika-herstellenden Apotheken gute Noten aus. Im Nachgang des Skandals um gepanschte Krebsmedikamente eines Bottroper Apothekers hatte der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) Kontrollen aller 116 Apotheken im Bundesland angeordnet, die Zytostatika-Lösungen herstellen.

Unangemeldet besuchten Inspektoren die Apotheken, kontrollierten Abläufe und entnahmen Proben, sowohl aus der laufenden Produktion als auch von bereits ausgelieferten Medikamenten. Dabei kam Erfreuliches heraus: 122 von 123 Proben waren in Ordnung, enthielten also die richtigen Wirkstoffe in der korrekten Menge. Nur bei einer Probe lag ein Wirkstoffgehalt knapp unterhalb des zulässigen Grenzwertes. Weitere Proben aus derselben Apotheke zeigten keine Auffälligkeiten, Patienten seien nicht gefährdet gewesen, erklärte Laumann.

In einigen Apotheken stellten die Inspektoren allerdings Dokumentationsmängel oder organisatorische Mängel fest. Nur in einem Fall waren diese jedoch so gravierend, dass die Behörde der Apotheke kurzzeitig die Herstellung von Zytostatika untersagte. Es habe sich gezeigt, «dass die Herstellung von patientenindividuellen Zytostatika im Land qualitativ hochwertig und entsprechend den ärztlichen Verordnungen erfolgt», freut sich Laumann. Die festgestellten Mängel hätten aber auch bewiesen, dass Kontrollen wichtig und notwendig sind. «Eine beanstandete Probe ist immer noch eine Probe zu viel», so Laumann.

Der Bottroper Apotheker Peter S. war im Juli vom Landgericht Essen zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte jahrelang Zytostatika stark verdünnt oder gänzlich ohne Wirkstoff an Patienten abgegeben. Der Stiftung Patientenschutz reichen die von Laumann angestoßenen Apotheken-Kontrollen nicht. Sie fordert, alle Zytostatika-herstellenden Apotheken in Deutschland viermal jährlich unangekündigt zu kontrollieren. Außerdem müssten nicht aufgebrauchte Zytostatika zentral gesammelt und regelmäßig kontrolliert werden, so Stiftungsvorstand Eugen Brysch. (ap)

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13.08.2018 l PZ

Foto: Fotolia/auremar