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Kammer: Regeln für Zyto-Apotheken sind ausreichend

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Kammer: Regeln für Zyto-Apotheken sind ausreichend
 


Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) hält die derzeit bestehenden Vorschriften für Zytostatika-Apotheken für ausreichend. «Wenn sich jeder daran hält, haben wir eine exzellente Versorgung», sagte AKWL-Präsidentin Gabriele Overwiening. Hintergrund ist das am Freitag ergangene Urteil gegen den Bottroper Apotheker Peter S. Das Landgericht Essen hatte ihn zu 12 Jahren Haft verurteilt. S. hatte Krebsmedikamente über Jahre hinweg zu gering dosiert und sich dadurch bereichert.

 

Der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, hatte als Reaktion auf die Vergehen von Peter S. gefordert, deutschlandweit zentrale Rücknahmestellen für nicht verbrauchte individuelle Krebsmedikamente einzurichten, damit diese nicht in den Apotheken gelagert werden und jederzeit noch nachträglich Stichproben möglich sind. Außerdem will Brysch in jedem Bundesland hauptamtliche Amtsapotheker, die Herstellung und Hygiene in Zyto-Apotheken vierteljährlich unangekündigt kontrollieren.

 

Laut Overwiening genügen jedoch die derzeit geltenden Regeln. Peter S. habe seinen Betrug nun mal geschickt verschleiert, sagte sie. Es handele sich um einen kriminellen Einzelfall. Die Kammer hat nun alle 50 Zytostatika-Apotheken in ihrem Bezirk gebeten, eine Selbsterklärung zu unterschreiben, in der sie sich unter anderem verpflichten, ihre Zytostatika-Einkäufe transparent offenzulegen.

 

40 Apotheken haben bereits unterschrieben, die restlichen folgen in diesen Tagen. Die wichtigste Aufgabe sei nun, «das Vertrauen der Menschen in eine sichere Zytostatika-Herstellung wiederherzustellen», sagte AKWL-Sprecher Michael Schmitz. Das Urteil vom Freitag und das Ende des langen Prozesses gegen Peter S. könnten dazu beitragen, dass dies gelingt.

 

In den vergangenen Monaten hatten Parteien, Krankenkassen und Wissenschaftler wiederholt gefordert, die derzeitige Praxis der Zytostatika-Herstellung in Apotheken zu beenden. «Der Apotheken-Überwachung fehlt ein Risiko-Management», erklärte etwa die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler in einer Stellungnahme. (ap)

 

10.07.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Tawesit

 

 

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