Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Aspirin i.v.: Engpass bis Ende des Jahres

 

Schon seit Längerem hat Bayer Lieferprobleme bei Aspirin® i.v. 500 mg. Die intravenöse Formulierung ist zwar offiziell seit dem 22. Mai wieder lieferbar, jedoch nur in begrenzter Menge. Dieser Engpass wird bis zum Ende des Jahres anhalten, teilte Bayer jetzt mit. Grund war ein «nicht vorhersehbarer Ausfall mehrerer Produktionsaufträge», was bei der komplexen Produktionskette für Probleme gesorgt hatte. Bayer arbeite mit Priorität daran, die volle Lieferfähigkeit wiederherzustellen. Darüber hinaus soll das Produkt ab Oktober nur noch in der Packungsgröße mit fünf Durchstechflaschen zu 1 g D,L-Lysinacetylsalicylat Glycin Pulver (entsprechend 500 mg ASS) und fünf Ampullen zu 5 ml Lösungsmittel erhältlich sein. Die größeren Packungseinheiten werden aktuell abverkauft.


Aspirin i.v. 500 mg ist nur in Deutschland zugelassen und hier einzige intravenöse Formulierung der Acetylsalicylsäure. Das Medikament fehlt vor allem in der notärztlichen Versorgung von Herzinfarkt-Patienten. Zugelassen ist es zur Initialbehandlung des akuten Koronarsyndroms einschließlich instabiler Angina und Myokardinfarkt mit oder ohne ST-Hebung bei Patienten, bei denen eine orale Anwendung aufgrund fehlender verlässlicher Absorption nicht angezeigt ist. Falls eine orale Anwendung möglich ist, sollte ASS oral verabreicht werden. Möglich ist ein Import der intravenösen ASS-Präparate Aspégic® aus Frankreich beziehungsweise aus der Schweiz oder Flectadol® aus Italien über die Ausnahmeregelung nach §73 AMG. Für die anderen zugelassenen Indikationen (Schmerzen, Migräne und Fieber) sind in Deutschland zugelassene Alternativen verfügbar. (dh)

 

28.08.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Janina Dierks