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Krebsmedikamente: AMK informiert über Chargenrückrufe

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Im Zuge des Pharmaskandals mit mutmaßlich gestohlenen Krebsmedikamenten aus Griechenland hat das Gesundheitsministerium des Landes Brandenburg (MASGF) eine Task Force eingerichtet. Neben Verwaltungsexperten sind insbesondere auch die Vorsitzenden der jeweiligen deutschen Arzneimittelkommissionen, Professor Martin Schulz für die Apotheker (AMK), und Professor Wolf Dieter Ludwig für die Ärzteschaft (AkdÄ), an einer unabhängigen, fachlichen Bewertung des Sachverhalts beteiligt. Wie die AMK mitteilte, können sich Apotheker über die Homepage der Kommission über eventuelle Chargenrückrufe informieren. Das Ministerium hat zudem seit Freitag, 20. Juli, eine Übersicht über alle betroffenen Medikamente sowie weiterführende Informationen auf seiner Homepage veröffentlicht.

 

Kürzlich hatten Recherchen des TV-Magazins Kontraste einen mutmaßlich illegalen Handel mit Krebsmedikamenten aus Griechenland aufgedeckt. Bei den Arzneimitteln soll es sich um aus griechischen Kliniken gestohlene Medikamente handeln. Über eine Apotheke in Athen sollen die Produkte über dubiose Transportwege an den Pharmahändler Lunapharm im brandenburgischen Mahlow verkauft worden sein, der sie dann deutschlandweit vertrieben hat. Trotz früher Hinweise der griechischen Behörden an die zuständige Arzneimittelaufsicht des Landes Brandenburg konnte Lunapharm weiter am Markt agieren. Erst vergangenen Freitag hatte das Gesundheitsministerium dem Händler dann die Betriebserlaubnis sowie die Herstellungs- und Großhandelserlaubnis entzogen.

 

Bislang war unklar, ob die kühlkettenpflichtigen Arzneimittel vorschriftsmäßig transportiert wurden oder ob deren Wirksamkeit womöglich beeinträchtigt worden ist. Nach Angaben der AMK konnte bei behördlichen Kontrollen des Brandenburger Pharmahändlers nachvollzogen werden, dass Ware aus Griechenland, falls erforderlich, gekühlt angeliefert wurde. Derzeit würden die Rückstellmuster betroffener Arzneimittel laboranalytisch überprüft. Die Ergebnisse sollen nach Vorliegen veröffentlicht werden.

 

Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Die Linke) hat nach eigenen Angaben Maßnahmen zur Umstrukturierung ihrer Behörde eingeleitet. «Es wurde nach allem, was wir jetzt wissen, eindeutig gegen bestehende Regeln verstoßen, die zu diesem Behördenversagen geführt haben», räumte die Ministerin ein. Künftig geht deshalb die Aufgabe der Arzneimittelaufsicht an eine andere Abteilung im Ministerium. Die bisher verantwortliche Referatsleitung der Abteilung 1 werde mit anderen Aufgaben betraut, heißt es. Zudem hat das Ministerium gegen einen Mitarbeiter des bislang zuständigen Fachbereichs Strafanzeige erstattet und ihm ein Arbeitsverbot erteilt. (et)

 

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24.07.2018 l PZ

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