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Overwiening: Kein Dialog mit GKV-Spitzenverband möglich

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Mit harscher Kritik hat Gabriele Regina Overwiening (Foto), Kammerpräsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL), auf das am 6. Juni veröffentlichte Positionspapier des GKV-Spitzenverbands zur «Neuordnung der Apothekenstrukturen und -vergütung» reagiert. «Wir wollen einen Dialog und mit Fakten überzeugen, aber wenn man den GKV-Spitzenverband und sein Positionspapier sieht, merkt man, dass dort kein Dialog möglich ist», so Overwiening heute bei der Delegiertenversammlung der AKWL in Münster.

 

Anhand vieler Beispiele und den neuesten Zahlen, Daten und Fakten der ABDA erläuterte die Kammerpräsidentin, wie schädlich und an den Haaren herbeigezogen die Vorschläge des GKV-Spitzenverbands seien. Sie warnte davor, auch nur über einzelne Punkte zu verhandeln, da die Grundlogik der Krankenkassen nicht stimme, die rein zerstörerisch sei. «Niemand kann die Patienten besser mit Arzneimitteln versorgen, als wir das heute tun», betonte Overwiening – keine «Lightapotheken», keine Apothekenketten und auch nicht der Versandhandel.

 

«Das Positionspapier und auch das 2HM-Gutachten, auf dem es basiert, gehören in die Tonne», fand Overwiening deutliche Worte. «Wir sollten uns nicht dadurch irritieren lassen, sondern die richtigen Gesprächspartner suchen.» Damit meint sie in erster Linie Politiker – vom Bundesgesundheitsminister über den Landesgesundheitsminister bis zu Lokalpolitikern sollten die Apotheker an der Basis auf die Leistungen der Apotheken vor Ort sowie die Schwierigkeiten aufmerksam machen. So haben Kammermitglieder im letzten Jahr 120 Gespräche mit Politikern geführt.

 

Aus der Kammerversammlung kam zudem die Forderung, auf Bundesebene ein eigenes Positionspapier zu formulieren. Großen Unmut äußerten einige Delegierten über die anscheinende Taktik des Stillhaltens der ABDA auf Bundesebene. Der Mehrwert, den die Apotheken für die Patienten haben, müsse mehr herausgestellt werden. Insgesamt drückte eine knappe Mehrheit aus, dass aus ihrer Sicht die von der AKWL entrichteten Beiträge zum ABDA-Haushalt nicht in einem angemessenen Verhältnis zum "Output" des Dachverbands stehen würden. Der Haushaltsabschluss für 2017 wurde dagegen einstimmig genehmigt. (dh)

 

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13.06.2018 l PZ

Foto: PZ/Daniela Hüttemann