Schluckbeschwerden: Hilfestellung aus der Apotheke |

Tipps für Patienten mit Schluckbeschwerden gibt der Landesapothekerverband Baden-Württemberg (LAV) zum Tag der gesunden Ernährung am 7. März. Einige schwere Erkrankungen wie Krebs, Schlaganfälle oder Parkinson können zu Beeinträchtigungen beim Schlucken führen und in der Folge zu Mangelernährung. Dahinter können beispielsweise neurologische Ursachen, eine verminderte Speichelproduktion oder Schäden durch Bestrahlung und Chemotherapie stecken. «Bei Schluckbeschwerden kann eine pürierte Kost oder gegebenenfalls breiige Fertignahrung, die alle nötigen Nährstoffe enthält, hilfreich sein», rät LAV-Vizepräsident Christoph Gulde. «Auch hochkalorische Trinknahrung kann den Erkrankten helfen, trotz der Schluckbeschwerden bei Kräften zu bleiben.»
Schluckbeschwerden erschweren meist auch die Medikamenteneinnahme. Der Apotheker kann klären, ob Tabletten gemörsert und mit Lebensmitteln wie Apfelmus gemischt werden dürfen. «Doch das geht nicht bei allen Arzneimitteln», so Gulde. In Apotheken gibt es mit Medcoat® auch eine Art Gel, mit dem Medikamente zum Erleichtern des Schluckens überzogen werden können.
Wichtig ist zudem die richtige Schlucktechnik: «Viele Menschen neigen den Kopf automatisch nach hinten, wenn sie eine Tablette schlucken. Dabei wird die Speiseröhre jedoch eher eingeengt», erklärt der Apotheker. «Besser ist es, den Kopf leicht nach vorne zu beugen und das Kinn nach unten zu ziehen und so zu schlucken.» Helfen können auch der Kapsel-Nick-Trick oder der Tabletten-Flaschen-Trick.
Wenn die Einnahme der normalerweise verordneten Medikamente trotzdem nicht möglich ist, kann der Apotheker nach einem alternativen Präparat mit kleineren Tabletten oder Kapseln oder einer anderen Arzneiform wie Säften, Pulvern oder Wirkstoffpflastern suchen und dem Arzt einen entsprechenden Änderungsvorschlag der Medikation machen. (dh)
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