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Herz-Kreislauf: Clarithromycin erhöht das kardiovaskuläre Risiko

 

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA warnt vor einem erhöhten kardiovaskulären Risiko nach Clarithromycin-Einnahme bei Patienten mit Herzproblemen. Eine Neuauswertung der ursprünglich auf drei Jahre ausgelegten CLARICOR-Studie nach zehn Jahren habe ergeben, dass auch Jahre nach der Antibiotika-Einnahme das Risiko zu erkranken oder zu versterben erhöht sei. Dazu reichte eine einmalige 14-tägige Einnahme von Clarithromycin 500 mg täglich aus. Genaue Zahlen, wie stark das Risiko erhöht ist, nennt die FDA jedoch nicht.

Wie das Antibiotikum dem Herzen schadet, sei noch nicht bekannt, erklärte die Behörde in einer Drug Safety Communication. Ärzte sollen bevor sie Herzpatienten Clarithromycin verschreiben, die Nutzen und Risiken abwägen, rät die Gesundheitsbehörde. Außerdem sollten Patienten darauf hingewiesen werden, dass sie beim Auftreten von Symptomen eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls, wie Schmerzen in der Brust, Kurzatmigkeit, Schwäche auf einer Seite des Körpers oder undeutlicher Sprache, direkt einen Arzt aufzusuchen sollten.

Neben der groß angelegten prospektiven Studie CLARICOR mit 4372 Patienten seien noch sechs Beobachtungsstudien zu Clarithromycin und dessen kardiovaskulärem Risiko erschienen. Die Ergebnisse dieser Beobachtungsstudien seien jedoch sehr heterogen, nicht immer sei eine Clarithromycin-Einnahme mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko verbunden. Aufgrund des limitierten Studien-Designs der Beobachtungsstudien sei das Ergebnis der prospektiven, placebokontrollierten CLARICOR-Studie am stärksten zu gewichten. (cw)

 

DOI: 10.1016/j.ijcard.2015.01.020

DOI: 10.1136/bmj.38666.653600.55 (CLARICOR-Studie)
 

27.02.2018 l PZ

Foto: Fotolia/psdesign1