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Arzneimittelumsatz: Innovationen in Klinik und Praxis

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Der Umsatzanteil patentgeschützter Rx-Medikamente am Arzneimittelmarkt hat zwischen 2016 und 2017 weiter kräftig zugenommen. Den Auswertungen des Informationsdienstleisters IQVIA zufolge ist der Anteil im Krankenhaussektor um rund 14 Prozent von 60 Prozent auf 69 Prozent gestiegen.

 

Insgesamt stieg der Umsatz mit Rx-Arzneien in den Kliniken von Oktober 2016 bis September 2017 den Angaben zufolge um knapp 6 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Im niedergelassenen Bereich verbuchen die patentgeschützten Originale aktuell 62 Prozent des Umsatzes auf sich (2015: 56 Prozent). Grund für diese Entwicklung sind erweiterte Therapiemöglichkeiten vor allem bei schweren Erkrankungen.

 

Der Schwerpunkt der Innovationen im stationären Sektor liegt dabei auf der Onkologie. So stellen in der Klinik Biopharmazeutika zur Behandlung von Krebserkrankungen mit einem Umsatzvolumen von 1,3 Milliarden Euro 44 Prozent des Umsatzes bei patentgeschützten Präparaten. Mit 6 Prozent an zweiter Stelle stehen Medikamente zur Blutgerinnung. Diese kommen bei bettlägerigen Patienten zum Einsatz, um der Gefahr von Thrombosen entgegenzuwirken. Insgesamt entfallen in den Kliniken 78 Prozent des Umsatzes auf die zehn führenden Therapiegebiete.

 

Im ambulanten Bereich ist das Therapiespektrum breiter: Hier machen solche Medikamente 60 Prozent des Umsatzes aus. Entsprechend kleiner ist auch der Marktanteil, den die zehn führenden Rx-Arzneigruppen im Apothekensegment auf sich vereinen. Den Hauptanteil haben Anti-TNF-Präparate zur Behandlung schwerer Erkrankungen des Immunsystems. Sie haben mit 1,8 Milliarden Euro Umsatz einen Marktanteil von 11 Prozent (ohne Abzug jeglicher Rabatte oder Nachlässe). An zweiter Stelle folgen Medikamente zur Behandlung von Multipler Sklerose mit rund 1,3 Milliarden Euro (knapp 8 Prozent).

 

Insgesamt ist nach Angaben der Analysten von IQVIA der Umsatz der Apotheken im Rx-Bereich von Oktober 2016 bis September 2017 um knapp 4 Prozent auf rund 28 Milliarden Euro gestiegen. Den Hauptanteil stellen dabei die Gruppe der patentgeschützten Medikamente. Ihr Umsatzanteil stieg um 10,5 Prozent und liegt nun bei rund 62 Prozent. Die Gruppe der Altoriginale mit auslaufendem Patent verzeichnete dagegen Umsatzeinbußen von beinahe 13 Prozent und macht derzeit noch rund 17 Prozent des Rx-Umsatzes in den Apotheken aus. Der Umsatz mit Generika stieg leicht um 1,5 auf knapp 22 Prozent. (et)

 

06.12.2017 l PZ

Foto: Fotolia/zest_marina