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Luxemburg: Medizinisches Cannabis im 2-Jahres-Test

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Der Einsatz von Medikamenten mit Cannabis-Wirkstoffen wird in Luxemburg zunächst zwei Jahre lang erprobt. Gesundheitsministerin Lydia Mutsch sagte heute, sie wolle bis zum Jahresende entsprechende Gesetzesänderungen vorschlagen. Diese sollen besonders die Behandlung von Patienten mit chronischen und schmerzhaften Erkrankungen ermöglichen, bei denen herkömmliche Mittel nicht helfen. Die Verordnung von Medikamenten vor allem mit Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), wichtigen Wirkstoffen des Rauschmittels Cannabis, soll unter strenger ärztlicher Aufsicht erfolgen.

 

Die Regierung des Großherzogtums hatte Ende Oktober grundsätzlich beschlossen, die Nutzung von Cannabis zu medizinischen Zwecken zu erlauben. Mutsch sprach von «einer wichtigen Etappe» im Bemühen, Leiden und Schmerzen bestimmter Patienten zu lindern. Ziel der Testphase im Großherzogtum sei es, mehr über die Einsatzmöglichkeiten und Wirkungen von «medizinischem Cannabis» zu erfahren. Die geplante Gesetzgebung solle dafür sorgen, dass Cannabis in standardisierter Qualität therapeutisch genutzt werden könne. Zugleich müsse die Verfügbarkeit kontrolliert werden.

 

In Deutschland hatte der Bundestag im Januar beschlossen, Ärzten das Verschreiben von Cannabis-Arzneimitteln zu erlauben. Der Eigenanbau bleibt verboten.

  

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07.11.2017 l dpa

Foto: Fotolia/Valerie Potapova