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Diabetes: Das richtige Essen schützt

Der reichliche Verzehr von Vollkornprodukten, Obst und Milchprodukten kann vor einem Typ-2-Diabetes schützen, während rotes Fleisch, prozessierte Fleischwaren und zuckergesüßte Getränke das Risiko erhöhen. Dies zeigte ein aktueller Review, den Professor Dr. Hans Hauner vom Else-Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin, TU München, bei einer Pressekonferenz zum Diabetologie-grenzenlos-Kongress in München vorstellte.

 

In dem systematischen Review analysierten Wissenschaftler prospektive Studien, die den Zusammenhang von zwölf Lebensmittelgruppen auf das Diabetesrisiko untersuchten. Bei sechs davon fanden sie signifikante Korrelationen. «Der optimale Verzehr von Vollkorn, Obst und Milchprodukten reduzierte das Risiko um 42 Prozent, während rotes Fleisch, verarbeitete Fleischwaren und zuckerhaltige Getränke dieses verdoppelten», berichtete der Ernährungswissenschaftler.

 

Eine weitere, im Fachjournal «JAMA»  publizierte Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Ernährungsfaktoren und der Sterblichkeit an Herzerkrankungen, Schlaganfall und Typ-2-Diabetes. Nahezu die Hälfte der untersuchten rund 702.000 kardiovaskulären Todesfälle sei vermutlich ernährungsassoziiert, berichtete Hauner. Den stärksten Einfluss fanden die Studienautoren für hohen Salzkonsum, geringen Verzehr von Nüssen und Samen, reichlichen Wurstverzehr, geringe Aufnahme von Seefisch mit Omega-3-Fettsäuren und Gemüse. Auch der starke Konsum zuckersüßer Getränke war ein Risikofaktor.

 

Dies zeige deutlich, welche Lebensmittelgruppen vor Diabetes schützen oder die Blutzuckerkontrolle bei Diabetes-Patienten erleichtern, resümierte Hauner. «Es gibt keine spezielle Diabetesdiät und die brauchen wir auch nicht.» Gesunde Ernährung, zum Beispiel Mittelmeerkost und vegetarische Ernährung, seien für jeden Menschen nützlich. Wer gerne Fleisch mag, könne 300 bis 600 g/Woche, davon die Hälfte rotes Fleisch essen. Von Fleisch- und Wurstwaren rate er ab. Diabetes-Patienten brauchen laut Hauner eine individuelle Ernährungsberatung. Eine medizinische, fachlich betreute Ernährungstherapie könne den HbA1C-Wert bei Typ-2-Diabetikern um 0,5 bis 2,0 Prozent, bei Typ 1 um 0,3 bis 1 Prozent senken. Können übergewichtige Patienten ihr Gewicht nur um 5 Prozent reduzieren, verbessere dies die Blutzuckerkontrolle und reduziere den Bedarf an Antidiabetika. (bmg)

 

DOI: 10.1007/s10654-017-0246-y

DOI: 10.1001/jama.2017.0947

 

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10.07.2017 l PZ

Foto: Fotolia/anaumenko