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Barmer Zahnreport: Parodontitis-Therapie erfolgt oft zu spät

 

Die Parodontitis-Therapie verfehlt offenbar häufig ihr Ziel, Zähne zu erhalten. Dies geht aus dem heute in Berlin vorgestellten Barmer-Zahnreport 2017 hervor. Nach der Parodontitis-Therapie gehen demnach bei etwa einem Drittel der Erkrankten und damit bei bundesweit 440.000 Personen innerhalb von vier Jahren Zähne verloren. «Die Parodontitis-Therapie scheint für viele Patienten spät oder zu spät zu kommen. Wir können den Betroffenen daher nur dringend raten, frühzeitig zum Zahnarzt zu gehen und dessen Therapie-Empfehlungen auch konsequent umzusetzen», sagt der Vorstandsvorsitzende der Barmer Ersatzkasse, Christoph Straub.

 

Wer nicht jährlich zur Kontrolluntersuchung gehe, verdopple sein Risiko, im zeitlichen Umfeld der Parodontitis-Therapie Zähne zu verlieren. Wichtig sei eine regelmäßige Nachsorge, da der am Zahnhalteapparat Erkrankte auch nach der Behandlung ein Risikopatient bleibe. Um das Gebiss gesund zu halten, bezahlen Krankenkassen jedes halbe Jahr eine allgemeine Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt, einmal im Jahr die Entfernung des Zahnsteins und alle zwei Jahre eine Parodontitis-Untersuchung, den sogenannten Parodontalen Screening Index.

 

Dem Report zufolge haben im Jahr 2015 im Durchschnitt 71,7 Prozent aller Versicherten mindestens einmal einen Zahnarzt gebraucht. Dabei gab es zwischen Männern und Frauen Unterschiede: Während die Männer nur zu 67,8 Prozent zum Zahnarzt gingen, waren es bei den Frauen 75,4 Prozent. Dementsprechend unterschieden sich auch die Ausgaben. Bei einem Durchschnittswert von 185 Euro waren es bei Männern 176 Euro und bei den Frauen 194 Euro. Den größten Anteil der Ausgaben in der vertragszahnärztlichen Versorgung haben die konservierend-chirurgischen und Röntgenleistungen mit 112 Euro je Versichertem, gefolgt von 44 Euro für Zahnersatz und Zahnkronen je Versichertem. Die kieferorthopädische Versorgung verursachte Ausgaben von durchschnittlich 16 Euro je Versichertem.

 

Zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehören die Früherkennungsuntersuchung für Kleinkinder zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat, die Individualprophylaxe für 6- bis 17-Jährige sowie die jährliche Zahnsteinentfernung für alle Erwachsenen. Die Früherkennung wurde in 2015 zu 34,7 Prozent in Anspruch genommen und die Individualprophylaxe zu 65,9 Prozent. Nicht einmal jeder zweite Erwachsene nutzt dagegen die Möglichkeit zur Zahnsteinentfernung, teilt die Barmer mit. (ch)

 

27.04.2017 l PZ

Foto: Fotolia/Cara-Foto