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Pneumokokken: Unzureichende Impfrate

 

Pneumokokken-Infektionen sind keine banalen Erkrankungen. Dennoch lassen sich immer noch viel zu wenige Menschen gegen diese Erkrankungen impfen, vor allem in den alten Bundesländern, kritisiert Professor Dr. Thomas Weinke (Foto), Arzt und Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO), beim Pharmacon in Schladming. Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 5000 Menschen an einer Pneumokokken-Infektion. Besonders gefährdet seien Kleinkinder bis zu zwei Jahren, Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen, sagt Weinke. Daher sollten Kinder möglichst früh die Grundimmunisierung erhalten und ältere Menschen ab 60 Jahren ihren Immunstatus regelmäßig auffrischen. Derzeit sei nur jeder dritte Senior geimpft, kritisierte der Mediziner. Er animierte die Apotheker, zur Steigerung der Impfquote beizutragen.

 

Es stehen zwei unterschiedliche Impfstoffe zur Verfügung: Der im Jahr 1983 zugelassene 23-valente Pneumokokken-Polysaccharid-Impfstoff (PPSV23) und der 13-valente Pneumokokken-Konjugatimpfstoff (PCV13). Dieser eignet sich für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren sowie für Säuglinge und Kleinkinder ab dem zweiten Lebensjahr. Mittlerweile decke PCV13 allerdings nur noch 30 Prozent der invasiven Pneumokokken-Erkrankungen ab, so Weinke. Daher empfiehlt die STIKO seit dem vergangenen Jahr PPSV23 als Standardimpfung für Senioren ab 60 Jahren mit einer Wiederholung nach sechs Jahren und als Indikationsimpfung für Jugendliche und Erwachsene. Dabei wird unterteilt in Menschen mit höherem und solche mit geringerem Pneumokokken-Risiko. Menschen mit höherem Risiko, beispielsweise durch Immundefekte, erhalten initial eine PCV13 Impfung und nach sechs bis zwölf Monaten eine zweite Impfung mit PPSV23. Bei geringen Risikofaktoren ist eine Impfung mit PPSV23 laut Weinke ausreichend. (dr/dh)

 

18.01.2017 l PZ

Foto: PZ/Alois Müller