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Atopische Dermatitis: Basispflege hat viele Effekte

 

Eine konsequente Basispflege, am besten morgens und abends, ist bei atopischer Dermatitis unerlässlich. Eine gute Hautpflege könne Juckreiz lindern, die Zeit bis zum Rezidiv verlängern und möglicherweise sogar der Primärprävention dienen, sagte Professor Dr. Petra Högger (Foto), Universität Würzburg, beim Pharmacon in Meran. Sie stellte eine Studie vor, in der Neugeborene mit familiärer atopischer Belastung ab der dritten Lebenswoche regelmäßig mit einer wirkstofffreien Basistherapie eingecremt wurden. Die kumulative Inzidenz einer Neurodermitis war bis zum sechsten Lebensmonat um 50 Prozent reduziert.

 

Zur Basispflege stehen zahlreiche Topika von der Lösung bis zum lipophilen Gel zur Verfügung. Je nach Hautzustand könne man damit Kühlung und Austrocknung bis hin zu Okklusion und Hautschutz erreichen. Meist ist die Adhärenz mäßig. Högger empfahl: «Der Patient muss die Grundlage mögen; lassen Sie ihn wählen.»

 

Pflegende Externa mit Harnstoff können die Wasserbindungsfähigkeit der Haut weiter verbessern. In Studien sei zudem die Induktion von antimikrobiellen Peptiden sowie von Hautbarrieremolekülen unter Harnstoff gezeigt, informierte die Apothekerin. Allerdings ist Harnstoff für Kinder unter fünf Jahren und bei akut entzündeter Haut ungeeignet, da häufig Hautirritationen auftreten.

 

Höggers Fazit für die Neurodermitis-Therapie: im akuten Stadium konsequent antiinflammatorisch behandeln, im chronischen Stadium konsequente Basispflege einhalten und bei beginnender Exazerbation früh intervenieren. (bmg)

 

30.05.2016 l PZ

Foto: PZ/Alois Müller