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Roter Reis: BfArM zieht die Notbremse

Eine Expertenkommission des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stuft Zubereitungen aus rotem Reis jetzt als Arzneimittel ein. Das gilt nach Angaben des BfArM dann, wenn die empfohlene tägliche Verzehrmenge einem Gehalt von 5 mg Monakolin K oder mehr entspricht.

 

Monakolin K ist identisch mit dem Wirkstoff Lovastatin, der in verschreibungspflichtigen Medikamenten zur Senkung des Cholesterolspiegels enthalten ist. Für Monakolin K konnten in mehreren Studien mit verschiedenen Red-Rice-Produkten bereits ab einer Dosierung von 5 mg nennenswerte pharmakologische Effekte nachgewiesen werden. Zudem traten zahlreiche unerwünschte Wirkungen auf, etwa Schädigungen der Skelettmuskulatur und der Leber.

 

Roter Reis entsteht bei der Fermentation von gewöhnlichem Reis durch bestimmte Schimmelpilze. Er kommt in Asien traditionell bei Magen-Darm-Beschwerden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zum Einsatz. In einigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union wird roter Reis in unterschiedlichen Dosierungen als Nahrungsergänzungsmittel vertrieben. Das BfArM hatte bereits 2002 vor dem Verzehr entsprechender Produkte gewarnt. (cm)

 

24.02.2016 l PZ

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