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Darmmikrobiom: Du bist, was du isst

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Die Ernährung kann die mentale Gesundheit beeinflussen. So stellt zum Beispiel Fast Food einen Risikofaktor für Depressionen dar, wie Professor Dr. Peter Holzer (Foto) von der Universität Graz auf dem Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming berichtete. «Die genauen Zusammenhänge sind noch nicht bekannt, allerdings könnten dabei die Darmmikrobiota, die Gesamtheit aller im Darm lebenden Mikroorganismen, eine Rolle spielen.» Deren Zusammensetzung verändere sich nachweislich durch die Ernährungsweise. Das sei schon bei kurzen Aufenthalten in Kulturkreisen mit anderen Ernährungs­ge­wohn­heiten, etwa im Rahmen einer Asienreise, deutlich erkennbar.

 

Außerdem wird eine Dysbiose, also eine veränderte Zusammensetzung und Verarmung der Bakterienspezies-Zahl, mit einer ganzen Reihe von Erkrankungen in Verbindung gebracht. Neben chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sind das vor allem metabolische, immunologische und Autoimmunerkrankungen sowie neurologische und psychiatrische Krankheitsbilder. Eine Assoziation wurde zum Beispiel für Autismus, Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Angsterkrankungen, Depression und kognitive Einschränkungen bei Diabetes gefunden. «Eine Assoziation ist aber noch kein kausaler Zusammenhang», betonte der Biologe. Ob eine Fehlbesiedlung im Darm an der Pathogenese der genannten Erkrankungen beteiligt ist, sei derzeit ein großes Thema in der Mikrobiologie.

 

Beweisen ließe sich ein ursächlicher Zusammenhang, wenn eine Veränderung der Darmmikrobiota etwa über Probiotika oder eine Stuhltransplantation die Ausprägung der Erkrankungen verändern würde. Dies sei in kleinen experimentellen Untersuchungen für einige der Erkrankungen schon gezeigt worden. In Experimenten mit Mäusen sei es auch bereits gelungen, das Persönlichkeitsmerkmal Ängstlichkeit durch fäkale Mikrobiota-Transplantation von einem Stamm auf einen anderen zu übertragen. Zudem zeigen Tierversuche, dass eine durch radikale Antibiotikatherapie ausgelöste Dysbiose zu kognitiven Einschränkungen führt und bei jungen Mäusen auch eine nachhaltige Überempfindlichkeit auf Schmerz bedingen kann. Aufgrund dieser und ähnlicher Daten hoffen Forscher, eines Tages Psychobiotika entwickeln zu können: Probiotika mit positivem Einfluss auf psychische Erkrankungen. Bislang befinde man sich jedoch am Anfang der Forschung und viele Fragen seien noch offen, so Holzer. (ch)

 

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18.01.2016 l PZ

Foto: PZ/Alois Müller