WHO: Liste der gefährlichsten Erreger |

Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben eine Liste mit den Krankheitserregern erstellt, die die höchste Wahrscheinlichkeit haben, große Ausbrüche hervorzurufen, und gegen die bislang keine Gegenmaßnahmen existieren. Dies sind neben dem Erreger des Krim-Kongo-Fiebers das Ebola-, Marburg- und Lassa-Virus, das MERS- und SARS-Coronavirus sowie das Nipah- und Rift-Valley-Virus. Das gab die WHO in einer Mitteilung bekannt.
Diese Liste von Pathogenen diene als Rückgrat für einen Plan zur Vorbereitung auf mögliche Bedrohungen (WHO-Blueprint for Research and Development Preparedness in the Context of Global Public Health Infectious Threats). Hintergrund ist der Ebola-Ausbruch in Westafrika, dem mehr als 11.300 Menschen zum Opfer gefallen sind. Er hatte gezeigt, dass die Welt ungenügend auf Notfälle dieser Art vorbereitet ist. Dies will die WHO mit der Erstellung dieses Plans nun ändern. Er hat zum Ziel, die Entwicklung von Diagnosemethoden, Impfstoffen und Medikamenten zu Krankheitserregern mit epidemischem Potenzial voranzutreiben und geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um die Versorgung der Erkrankten in Notfällen zu optimieren und die Epidemie effizient einzudämmen. Die Liste der gefährlichen Pathogene stellt somit eine Priorisierung für die Forschung und Medikamentenentwicklung dar.
Zusätzlich zu den genannten Erregern stuft die WHO drei weitere Pathogene als ernstes Risiko ein: Dies sind neben dem Chikungunya-Virus das derzeit in Brasilien kursierende Zika-Virus und das SFTS-Virus (Severe fever with thrombocytopenia syndrome). Dieser Erreger aus der Familie der Bunyaviridae wurde 2009 entdeckt und ist in Asien verbreitet. Er löst hämorrhagische Fieber aus. Die Mortalität liegt zwischen 12 und 30 Prozent. (ch)
17.12.2015 l PZ
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