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Erstes Insulin-Biosimilar kommt auf den Markt

 

Ab 1. September wird mit Abasaglar® das erste Insulin-Biosimilar auf dem deutschen Markt verfügbar sein. Das Insulin-glargin-Produkt von den Herstellern Boehringer Ingelheim und Lilly hat die gleiche Aminosäuresequenz wie Lantus® (Sanofi). Dessen Patentschutz war im ersten Quartal 2015 ausgelaufen.

 

Europaweit zugelassen wurde das Nachahmer-Produkt bereits im September 2014. In Studien hatte Abasaglar ein mit Lantus vergleichbares pharmakokinetisches und pharmakodynamisches Profil gezeigt. Phase-III-Studien bescheinigen dem Biosimilar eine mit dem Original vergleichbare Wirksamkeit und Verträglichkeit. «Abasaglar hat in Studien HbA1c-Wert und Nüchternblutzucker bei Typ-1- und Typ-2-Diabetikern in vergleichbarem Ausmaß gesenkt wie Lantus», sagte Professor Dr. Thomas Forst vom Profil Institut für Stoffwechselforschung in Mainz bei der Launch-Pressekonferenz in Frankfurt am Main. Auch Inzidenz und Art der unerwünschten Ereignisse waren bei den beiden Insulinen bei Typ-1-und Typ-2-Diabetikern vergleichbar.

 

Der Name des neuen Insulin glargin-Produkts setzt sich zusammen aus den Anfangssilben des Begriffs analoges Basalinsulin glargin. Zugelassen ist das langwirksame Insulinanalogon zur Behandlung von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab zwei Jahren mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes. Abasaglar wird einmal täglich zu einem festen Zeitpunkt injiziert. Das Basalinsulin wird sowohl als Fertigpen (Kwikpen™) als auch in Patronen für wiederbefüllbare Pens (HumaPen® Savvio) angeboten werden.

 

Laut Hersteller Lilly gibt es bereits Rabattverträge mit einem Großteil der Krankenkassen. Im Gegensatz zu Generika sind Biosimilars mit Rabattvertrag allerdings nicht aut-idem-fähig. Das Biosimilar darf nur abgegeben werden, wenn der Arzt es explizit verordnet hat. (va)

 

27.08.2015 l PZ

Foto: Fotolia/skyfotostock