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Ironman-Teilnehmer stirbt an Hyponatriämie

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Drei Tage nach seiner Teilnahme am Frankfurter Ironman ist ein Sportler aus Großbritannien an den Folgen einer belastungsbedingten Hyponatriämie gestorben. Der 30-Jährige war hinter der Ziellinie zusammengebrochen und seit Sonntag in einem Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt worden, berichtet der Hessische Rundfunk (HR). Trotz einer Notoperation starb der Mann.

 

Der Triathlet wurde am Mittwochmorgen offiziell für tot erklärt, bestätigte der Leiter des Ärztlichen Rettungsdienstes beim Frankfurter Gesundheitsamt, Professor Dr. Leo Latasch, dem HR. Todesursache war eine starke Hirnschwellung aufgrund eines Natriummangels im Blut (Hyponatriämie). Der Brite hatte offenbar während des zwölfstündigen Rennens zu viel Leitungswasser getrunken und zu wenige Mineralien zu sich genommen. Der Natriumwert im Blut des Patienten sei ausgesprochen niedrig gewesen, so Latasch.

 

Kritisch sind Blut-Natriumwerte von weniger als 135 mmol/l. Diesen Wert nannte ein Expertenteam um Dr. Tamara Hew-Butler kürzlich in einem Konsensuspapier zur belastungsbedingten Hyponatriämie im «Clinical Journal of Sport Medicine». Wenn die Natriumkonzentration im extrazellulären Raum geringer ist als im intrazellulären, gelangt aufgrund des osmotischen Drucks Wasser ins Gewebe. Das kann zu Gehirnödemen und einem erhöhten Schädelinnendruck führen. Symptome sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Verwirrtheit; in Extremfällen kann der Tod eintreten.

 

Der Verlust von Mineralien beim Schwitzen wird durch Wasser, auch durch isotonische Getränke nur zum Teil wieder ausgeglichen. Daher fordern die Experten, die Gefahren eines übermäßigen Wasserkonsums bei Sportlern, Trainern und Veranstaltern von sportlichen Wettkämpfen stärker ins Bewusstsein zu rücken. Besonders gefährdet seien Ausdauersportler wie Triathleten, Marathonläufer und Langstreckenradfahrer, aber auch American-Football-Spieler. Die Experten raten Sportlern, sich auf ihr Durstgefühl zu verlassen, um die Trinkmenge zu regulieren. (ch)

 

DOI: 10.1097/JSM.0000000000000221

 

09.07.2015 l PZ

Foto: Fotolia/Halfpoint