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Infliximab-Biosimilar: Rabattvertrag mit 42 Kassen

 

Vier Wochen nach Markteinführung des ersten Biosimilars für den monoklonalen Antikörpers Infliximab ist der Nachahmer Remsima® bereits unter Rabattvertrag. Wie der Dienstleister GWQ Service Plus mitteilte, haben in Deutschland 42 Krankenkassen mit Hersteller Mundipharma einen neuen Preis vereinbart. Der schnelle Vertragsabschluss verdeutliche, dass auch die im Vergleich zu herkömmlichen Biosimilars wie Insulinen sehr aufwendig zu entwickelnden biosimilaren Antikörper ohne Verzögerung für Krankenkassen und ihre Versicherten selektivvertraglich zugänglich gemacht werden könnten, so der Dienstleister.

Da die Nachahmer von ehemals patentgeschützten Biopharmazeutika im Schnitt rund 15 bis 20 Prozent kostengünstiger sind als das Original, ergeben sich für die Kassen hohe Einsparpotenziale. Der Wirkstoff Infliximab wird unter anderem zur Behandlung rheumatologischer Erkrankungen sowie Morbus Crohn und Psoriasis eingesetzt. Mitte Februar war in Deutschland das Patent des Originals Remicade® von Hersteller MSD ausgelaufen, zeitgleich kamen mit Inflectra® des US-Herstellers Hospira und Remsima zwei Biosimilars auf den Markt.

Die Rabattverträge sollen die Marktetablierung von Biosimilars unterstützen. Ärzten wird es laut Dienstleister erleichtert, ihr Verordnungsspektrum zu erweitern. Die GWQ-Arzneimittelexperten gehen nach eigenen Angaben davon aus, dass die Mediziner nun vor allem bei der Neueinstellung von Patienten auf Remsima zurückgreifen werden. Bereits Anfang März hatte sich die Techniker Krankenkasse zusammen mit fünf weiteren Kassen auf ein gemeinsames Verfahren zum Abschluss einheitlicher Rabattverträge für Infliximab geeinigt, um den Wettbewerb mit den Biosimilars zu fördern. (et)

 

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18.03.2015 l PZ

Foto: Mundipharma