EMA will mehr Kinder für klinische Studien gewinnen |

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA möchte herausfinden, warum Kinder und Jugendliche nur selten an klinischen Studien zu Arzneimitteln teilnehmen. Aus diesem Grund hat sie einen Fragebogen entwickelt, den junge Menschen zwischen 10 und 18 Jahren ausfüllen können, gegebenenfalls zusammen mit den Eltern. Nun sucht die Behörde möglichst viele Teilnehmer. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) haben dazu aufgerufen, an der Aktion teilzunehmen.
Hintergrund ist die sogenannte Kinderarzneimittelverordnung. Sie besagt, dass neue Arzneimittel immer auch in einer speziellen Dosierung und Darreichungsform für Kinder und Jugendliche angeboten werden müssen. Deshalb müssten sie eigentlich nicht nur Klinische Studien an erwachsenen Personen durchlaufen, sondern anschließend auch an jüngeren Menschen getestet werden. Solche Studien gibt es bislang aber nur selten, weshalb Kinder heute aus Mangel an Alternativen oft Medikamente bekommen, die nicht für ihre Altersgruppe geprüft und zugelassen wurden. «Die EMA möchte die Akzeptanz zur Teilnahme von Kindern und Jugendlichen an klinischen Studien erhöhen», heißt es in einer Pressemitteilung des BfArM. «Wir wollen besser verstehen lernen, wo die Hürden zur Einnahme eines Arzneimittels und zur Beteiligung an klinischen Studien liegen. Dies dient der Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit wirksam dosierten Arzneimitteln.»
Der Bogen enthält Fragen wie «Welche Arten von Medikamenten findest du am einfachsten oder am schwierigsten anzuwenden?», «Was glaubst du, ist eine klinische Studie?», «Aus welchen Gründen würdest du es ablehnen, an einer klinischen Studie teilzunehmen?». Auf der Internetsite des BfArM kann der Fragebogen elektronisch ausgefüllt werden (siehe untenstehenden Link). Er wird anonymisiert an die EMA weitergeleitet. Das Papier kann jedoch auch ausgedruckt und direkt per Post an die EMA versendet werden. (ah)
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Fragebogen für Kinder und Jugendliche des BfArM (externer Link)
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17.03.2015 l PZ
Foto: Fotolia/Vitalinko