Haselnuss: Pollen fliegen immer früher |

Patienten, die auf Baumpollen allergisch reagieren, bemerken den Pollenflug immer früher. Bei den Haselnusspollen habe es die ersten Anfragen schon im Dezember gegeben. Das meldet der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) laut Nachrichtenagentur dpa.
Früher habe die Hasel erst im Februar geblüht. Jetzt sehe es so aus, «dass es die ersten Beschwerden schon Weihnachten gegeben hat», so die Patientenberaterin Anja Schwalfenberg zur dpa. Professor Karl-Christian Bergmann, Allergologe und Vorstand der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst: «Es gibt immer mehr Jahre, in denen die Haselnusspollen teilweise schon Ende Dezember fliegen.»
Auch die Birke sei im Schnitt zwei Wochen früher dran, heißt es bei der dpa weiter. Dieser Baum spiele für Allergiker eine große Rolle, denn 50 Prozent aller Baumpollen, die Heuschnupfen auslösen, stammen laut Bergmann von diesem Baum. Bei den Gräsern dagegen sei die Blütezeit – von Ende Mai bis Mitte Juli – gleich geblieben. Dafür dauere die Blüte bei Beifuß und Ambrosia länger – bis in den Oktober. Im November seien vom DAAB auch noch blühende Brennnesseln gesichtet worden.
Wie der Mannheimer Allergologe Professor Ludger Klimek laut dpa berichtet, hat «die Zahl derjenigen, die auf verschiedene Pollen reagieren, dramatisch zugenommen». Wer auf eine Pollenart reagiere, habe tendenziell ein Risiko, dass dies auch für weitere Pollen gelte. «Es ist letztlich eine Eigenschaft der Immunreaktion, dass der Körper im Laufe der Zeit auf immer mehr Dinge allergisch reagiert», sagt Klimek. Verschnaufpausen könnten dadurch kürzer werden.
Bei den Patienten, die während der ganzen Blütezeit Beschwerden haben, sieht Klimek drei Phasen: zuerst eine starke Reaktion auf die ersten Pollen. Die Reaktion lasse dann etwas nach, doch es komme zu Entzündungen in den Schleimhäuten. «Die Betroffenen haben dann zusätzlich Kopfschmerzen, eine verstopfte Nase, gereizte Schleimhäute, die sich wie wund anfühlen», so Klimek.
Trotzdem würden aber nach einer aktuellen Untersuchung nur 10 Prozent der Allergiker medizinisch richtig behandelt, sagt DAAB-Patientenberaterin Schwalfenberg. Allergien würden oft nicht ernst genug genommen. «Eine Allergie ist keine Bagatell-Erkrankung», stellt sie dagegen fest. Werde diese nicht behandelt, könne daraus Asthma entstehen. (ke)
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19.01.2015 l PZ/dpa
Foto: Fotolia/Riedel