Ovarialkarzinom: Olaparib erhält EU-Zulassung |

Die Europäische Kommission hat dem von Astra-Zeneca entwickelten neuen Arzneistoff Olaparib (Lynparza™) die Zulassung erteilt. Es handelt sich um den ersten zugelassenen Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse, der PARP-Inhibitoren. Dieses Akronym steht für Poly-ADP-Ribose-Polymerase, ein Enzym, das an DNA-Reparaturmechanismen beteiligt ist. PARP kann bei Patientinnen mit Mutation im Tumorsuppressorgen BRCA, das ebenfalls für die DNA-Reparatur wichtig ist, die Replikation aufrechterhalten. Wird es gehemmt, ist das nicht mehr möglich, und der programmierte Zelltod wird eingeleitet. Zellen mit funktionierendem BRCA-Gen sind davon nicht betroffen.
Olaparib darf als Monotherapie eingesetzt werden zur Behandlung von erwachsenen Patientinnen mit Platin-sensitivem Rezidiv eines BRCA-mutierten Eierstock-, Eileiter- oder Peritoneal-Karzinoms, wie Astra-Zeneca mitteilte. Es ist oral in Kapselform verfügbar, die Dosierung beträgt 400 mg zweimal täglich. Ausschlaggebend für die Zulassung waren die Ergebnisse einer Phase-II-Studie mit Patientinnen mit Platin-sensitivem, high-grade serösem Ovarialkarzinom, in der Olaparib das progressionsfreie Überleben im Vergleich zu Placebo signifikant von 4,3 Monaten auf 11,2 Monate verlängerte. Häufigste Nebenwirkungen waren Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und Anämie. Astra-Zeneca ist verpflichtet, der europäischen Arzneimittelagentur EMA weitere Daten einzureichen, sobald diese vorliegen. (am)
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19.12.2014 l PZ
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